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Bückeburgerin neue Direktorin des Amtsgerichts Burgwedel / Landgericht: Wechsel an der Spitze

Eike Höcker hat das ganz große Los gezogen

Bückeburg/Burgwedel (ly). Am Amtsgericht Burgwedel (Region Hannover) beginnt eine neue Zeitrechnung. Mit Eike Höcker (50), Richterin aus Bückeburg, sitzt zum ersten Mal in 155 Jahren eine Frau auf dem Chefsessel. "Ich habe das große Los gezogen", freut sich die neue Direktorin. "Schönes Gebäude, nette Kollegen und ein Arbeitsklima, das überall gelobt wird", so ihre Begründung. Unter niedersächsischen Richtern gilt das Amtsgericht Burgwedel (57 Bedienstete) als erstklassige Adresse.

veröffentlicht am 29.12.2007 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:28 Uhr

Von der Bückeburger Justiz war Eike Höcker, planmäßige Richterin seit 1995, zuerst zur Erprobung zum Oberlandesgericht Celle gewechselt und später noch einmal ins Justizministerium. Neben den Pflichten einer Direktorin befasst sie sich in Burgwedel mit Zivilrecht, Betreuungssachen und arbeitet als Jugendrichterin. Eike Höcker hat zwar eine Zweitwohnung in Burgwedel, behält aber den Hauptwohnsitz Bückeburg. In ihrer Heimatstadt ist die 50-Jährige als Vizepräsidentin der Landessynode kirchlich engagiert und wird auch der nächsten Synode angehören. Darüber hinaus bekleidet sie weitere Ehrenämter. Am Amtsgericht Bückeburg wird die Lücke durch Anja Rusch-Bilstein geschlossen. Die 42-jährige Richterin ist zunächst nach Bückeburg abgeordnet worden, bevor es demnächst zur offiziellen Versetzung kommen soll. Zuvor war sie in Wolfsburg tätig, das zum Bezirks des Oberlandesgerichts Braunschweig gehört. Richterin ist Anja Rusch-Bilstein seit 1998. Als Nachfolgerin Eike Höckers hat sie eine Halbtagsstelle. Ihr Aufgabengebiet umfasst Betreuungs- und Zivilsachen. Eine größere Veränderung kündigt sich beim Landgericht an, wo die Stelle des Präsidenten frei wird. Amtsinhaber Friedrich von Oertzen scheidet Ende Juli 2008 aus und geht in Pension, wenige Wochen nach seinem 65. Geburtstag. Erfahrungsgemäß dauert das Bewerbungsverfahren um die Nachfolge etwa ein halbes Jahr. Deshalb ist damit zu rechnen, dass die Stelle noch im Dezember oder spätestens Januar von der Landesregierung ausgeschrieben wird. Das Verfahren zieht sich dann hin. Beteiligt sind unter anderem der Präsident des Oberlandesgerichtes in Celle sowie verschiedene Gremien im Justizministerium. Prognosen scheinen so gut wie unmöglich, weil die Stellenbesetzung auch vom Ausgang der niedersächsischen Landtagswahl im Januar abhängen dürfte. Friedrich von Oertzen hatte das Amt 2001 von Gotthard Hustedtübernommen. Vorher war er Direktor des Bückeburger Amtsgerichts sowie während der Siebzigerjahre Haftrichter in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim, wo damals die RAF-Terroristen der so genannten ersten Generation einsaßen, darunter Andreas Baader und Ulrike Meinhof. Bückeburger Justizgeschichte geschrieben hat von Oertzen mit dem ersten "Lebenslänglich" in der Historie des Landgerichts, Anfang 2005 verhängt gegen Fred M., den Mörder der Rintelnerin Mandy Elies.




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