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Commerzbank-Filiale gehört ab 2010 zum Marktbereich Minden

Ein gelbes „Ponto-Auge“ wird den „Blumenkohl“ ersetzen

Bückeburg. Die Zusammenführung von Dresdner Bank und Commerzbank wird 2010 auch für die Commerzbank in Bückeburg Veränderungen bringen – zum Beispiel bei den Logos. „Unser ,Blumenkohl‘ wird durch das ,Ponto-Auge‘ der Dresdner Bank ersetzt, aber immerhin in Gelb“, erklärt Heinz W. Ernst, Mitglied der Geschäftsleitung im Marktbereich Hildesheim, zu dem Bückeburg als westlichster Außenposten gehört. Dies aber auch nur noch formal bis Jahresbeginn, praktisch bis Jahresmitte 2010. „Dann sitzt mein Chef in Minden“, sagt Björn Bösing, Filialleiter in Bückeburg.

veröffentlicht am 11.12.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 10:41 Uhr

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Ab Januar kommen die neuen Logos, spätestens in der zweiten Jahreshälfte sind sie in Bückeburg. „Zuerst auf Briefköpfen, dann auch in der Außenwerbung“, teilt Christine Krahl, regionale Pressereferentin der Bank mit Sitz in Bremen mit. Die bisherigen Werbeslogans „Die Bank an ihrer Seite“ und „Ideen nach vorn“ der Commerzbank sowie „Die Beraterbank“ und „Das grüne Band der Sympathie“ der Dresdner Bank sind bald Geschichte, der neue gemeinsame Text heißt „Gemeinsam mehr erreichen“. „Die Mitarbeiter schätzen den Logokompromiss als tolles Zeichen für unser Zusammenwachsen“, sagt Ernst. „In der TV-Werbung ist das Logo schon da, im Printbereich setzen wir es ab 2010 ein, und ganz massiv dann bei der Fußball-WM, denn wir sind einer der Hauptsponsoren des Deutschen Fußball-Bundes.“

Einen Kompromiss gibt es auch bei den bewährten Maskottchen. Der grüne Drumbo-Elefant der Dresdner Bank wird in Gelb weiterleben, der „Goldi“-Hamster der Commerzbank wird modernisiert an seiner Seite stehen.

„Wir verdoppeln unsere Präsenz in der Fläche“, erklärt Ernst die Wirkung des Zusammenschlusses mit der Dresdner Bank, die in Stadthagen eine Filiale unterhält (dort rund 4000 Kunden). Die beiden Standorte bleiben mit gleicher Mitarbeiterzahl und breitem Angebot sowie mit jeweils einem eigenverantwortlichen Leiter bestehen. Die Kunden beider bisherigen Banken können dann uneingeschränkt beide Filialen nutzen. Bankleitzahlen und Kontonummern bleiben ohnehin unverändert.

Ganzheitliche Beratung

Die Hauptsynergien der Übernahme der Dresdner durch die Commerzbank liegen im zentralen Verwaltungsbereichen, so wurden Zentrale und Rechenzentrum der Dresdner Bank in Frankfurt überflüssig. „Die Marke Dresdner Bank soll Ende 2010 verschwinden“, kündigt Ernst an. Die neue Commerzbank sieht er als Privatbank mit dem größten Filialnetz in Deutschland und als größten Mittelstandsfinanzierer in diesem Sektor. „Das werden wir in der Öffentlichkeit darstellen.“

Die Konkurrenz der hauseigenen Direktbank ComDirect sei nicht spürbar, so Ernst, damit würden andere Kunden als die einer beratungsintensiven Filialbank angesprochen. Aber den Direktkundenmarkt wolle die Commerzbank auch nicht anderen überlassen.

Die Filialen sollen noch stärker auf ganzheitliche Beratung und Betreuung setzen, so Ernst. Das Wertpapiergeschäft stehe nicht mehr so im Vordergrund. Die Beratung beginne mit einer Bedarfsanalyse, die auch die Risikofreudigkeit des Kunden ermittele. Dann gebe es darauf zugeschnittene Angebote, auch von unabhängigen Marken, die alle den TÜV-Prozess durchlaufen haben. Niemand soll mehr böse Überraschungen erleben. Die gewachsene Palette an Informationsbroschüren für die unterschiedlichen Bedarfssituationen macht diese Strategie bereits deutlich. Ernst: „Wir wollen guten Service und wenig Aufwand für den Kunden, um auch die Hemmschwelle auf dem Weg zu uns zu senken.“

Vertrauen schaffen – dazu sollen auch die ab 2010 gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsprotokolle dienen. Bösing hat gerade als letzter Mitarbeiter aus der Filiale die entsprechende Schulung absolviert, die technischen Vorbereitungen sind abgeschlossen. Künftig bekommt der Kunde nach seinem Beratungsgespräch nicht wie früher nur ein schriftliches Angebot, sondern auch das Protokoll. Es wird in standardisierter Form parallel zum Gespräch geführt. Und darin wird der Kunden gleich gefragt, ob er denn auch über die Risiken seiner Geldanlage aufgeklärt worden ist – eine Lehre aus der Finanzkrise.




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