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Konzert zum 250. Geburtstag Wilhelm Friedrich Ernst Bachs / Kulturverein würdigt letzten musikalischen Nachfahren

Ein klingender Stammbaum der Bückeburger Bachs

Bückeburg. Am 24. Mai 1759, vor 250 Jahren, erblickte Wilhelm Friedrich Ernst Bach als ältester und einzig überlebender Sohn des Bückeburger Bachs, Johann Christoph Friedrich und dessen Gemahlin, der Sängerin Lucia Münchhausen, in der ehemaligen Residenzstadt das Licht der Welt. Um den Geburtstag des letzten musikalischen Vertreters der Bach-Dynastie gebührend zu würdigen, hatte der Kulturverein zum runden Wiegenfest ins Staatsarchiv geladen.

veröffentlicht am 25.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 19:21 Uhr

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Dass sich die Feier vorwiegend musikalisch abspielte, lag auf der Hand. Dank eines höchst inspirierten jungen Instrumental-Quartetts von der „Komischen Oper Berlin“, Ute Mais ebenso anschaulichen wie fachkundigen Informationen, dem liebevoll gestalteten Programmheft und – nicht zu vergessen – des guten Glases Pausen-Weines, erlebten die Zuhörer ein rundherum stimmiges Konzert, das zu dem Sonnentag ideal passte. Die Palette reichte vom Jubilar über dessen Vater bis zu vier kleinen Phantasien für Viola und Klavier aus „Zwiegespräche“ vom 1933 geborenen Hannsdieter Wohlfarth – einem hervorragenden Bach-Experten – sowie dem Andante Cantabile aus dem Klavierquartett von Robert Schumann.

Vorgestellt wurden die zumeist reizenden, heiteren Kompositionen – unter Leitung Frank Schultes am Flügel – vom Violinisten Gabriel Adorján, der seit 2001 als 1. Geiger in der Hauptstadt wirkt, der Bratschistin Lena Thies und dem Cellisten Elias Grandy. Inspiriert begannen die Instrumentalisten mit der gefälligen, ja fast als niedlich zu bezeichnenden dreisätzigen Sonate D-Dur des Geehrten, um dann mit den „Sonaten per il Cembalo concertanto und a Pianoforte“ das Terrain des Herrn Papas zu erkunden. Wie der Titel schon sagt, bildete bei „a Pianoforte“ der gebürtige Stadthäger Pianist Frank Schulte den Mittelpunkt, zu dem er gegen Ende des zweiten Teils zur Freude des Publikums abermals avancierte.

Vorab aber stand bekömmliche „Kaffeehausmusik“ in Form des Allegro moderato und eines reizend pointierten Rondo-Allegretto auf der Noten-Speisekarte, die Wilhelm Friedrich Ernst entworfen hatte und die die Gäste aus der Bundeshauptstadt luftig und behände kredenzten. Kabinettstückchen des Tonsetzers folgten wie angekündigt vom gut aufgelegten „Mann am Klavier“, indem dieser zwölf – gar nicht so einfach strukturierte – Variationen über „Gestern Abend war Vetter Michel da“ aufs Feinste ausmalte und mit bunten Figuren versah. Ute Mai konfrontierte die Anwesenden zwischendurch auf gekonnte, ruhige Art mit Daten, Fakten und Wirken des letzten Enkels des großen Johann Sebastian Bachs.




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