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SE Spezial-Electronic AG kauft die alte Fürstliche Musikschule und verlegt Großteil der Abteilungen

„Ein Quantensprung für unser Unternehmen“

Bückeburg (rc). Die alte Fürstliche Musikschule an der Friedrich-Bach-Straße hat einen neuen Besitzer: die Bückeburger Firma SE Spezial-Electronic AG. Diese wird große Teile ihres bisherigen Standortes an der Kreuzbreite in den Neuerwerb verlegen. Bereits für das kommende Wochenende ist der Umzug geplant.

veröffentlicht am 15.03.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 22:41 Uhr

„Hochtechnologie in einem Altbau – ein Quantensprung für unser Unternehmen und für unsere Angestellten“, freute sich gestern der SE-Vorstandsvorsitzende Christopher Wuttke, als er gemeinsam mit den Vorständen Klaus Barenthin und Frank Bruns im Rahmen eines Pressegesprächs den Neuerwerb und die künftigen Pläne von SE vorstellte. Danach werden große Teile der Abteilungen – wie Vorstand, die sechs Produkt-Management-Teams, der Vertriebs-Innendienst, die Datenverarbeitung und die Buchhaltung sowie die „guts’n glory“-Marketing GmbH – an den Schlosspark umziehen. Insgesamt 35 Mitarbeiter haben künftig einen anderen Arbeitsweg.

Am Standort im Gewerbegebiet Kreuzbreite bleiben die Abteilung Logistik mit zehn Mitarbeitern aus den Bereichen Wareneingang/Warenausgang sowie das komplette Hauptlager. Aber auch dort will sich das Unternehmen mittelfristig verändern und ist auf der Suche nach neuen Hallen, möglichst nahe an der Autobahn, um den wachsenden Ansprüche der Kunden nach schnellstmöglicher Auslieferung gerecht zu werden. Das jetzige Lager entspricht nicht mehr modernen Standards.

Wie Wuttke sagte, sei er wegen der unzureichenden räumlichen und energetischen Situation in dem inzwischen 36 Jahre alten Gebäude an der Kreuzbreite schon seit längerem auf der Suche nach einem neuen Firmengebäude gewesen. „Mit der alten Musikschule ist ein äußerst attraktives und allen Ansprüchen gerecht werdendes Gebäude gefunden worden.“ Seinen Mitarbeitern stehe nun genügend Büro- und Besprechungsräume zur Verfügung. Zudem erfülle das schöne Gebäude auch repräsentative Zwecke – etwa bei Besuchen von Firmenkunden und Zulieferern. Insbesondere der Konzertsaal könne für Symposien und Hausmessen genutzt werden. Insgesamt 2000 Quadratmeter Nutzfläche hat das Gebäude, das 1998 vom Vorbesitzer umfassend saniert und technologisch auf den neuesten Stand gebracht worden ist. Der Konzertsaal – immerhin 270 Quadratmeter groß – soll nach den Vorstellungen Wuttkes künftig auch für Kulturveranstaltungen in der Stadt zur Verfügung stehen: „Geben Sie uns aber noch ein bis zwei Jahre.“ Zum Kaufpreis machte er keine Angaben.

Spezial Electronic hat im vergangenen Jahr mit seinen insgesamt 175 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro erwirtschaftet und damit die Folgen der Weltwirtschaftskrise voll zu spüren bekommen: In den Vorjahren lag der Umsatz noch bei rund 50 Millionen Euro. In diesem Jahr wird ein Umsatz von 45 Millionen Euro angepeilt. Wuttke: „Wir haben die Krisendelle weitestgehend hinter uns gelassen.“ Die Krise konnte durch flexible Kurzarbeit abgefangen werden; Entlassungen hat es bei SE keine gegeben. Der Vorstand verzichtete zudem auf einen Teil seines Gehalts.

SE wurde 1970 gegründet und ist heute ein international operierender Distributor für elektronische Bauelemente. Außer dem Hauptsitz in Bückeburg hat das Unternehmen Niederlassungen in Berlin, Dortmund und Ellwangen sowie Tochtergesellschaften in Russland, Polen, Tschechien und den Niederlanden. Zum Lieferumfang gehören Module für zahlreiche Anwendungsbereiche, LC-Displays, LCD- und Mikrocontroller, Flash-Speicher, Mobilfunk-, Bluetooth- sowie WLAN-Produkte, Transponder, Halbleiter und vieles mehr.

Die alte Musikschule stand seit Ende 2008 zum Verkauf. 1,8 Millionen Euro wollte Alteigentümer Joachim Hering, Inhaber und Geschäftsführer der Werbeagentur Hering, für das Gebäude haben. Mit seiner Werbeagentur ist er inzwischen zurück an den zweiten Firmensitz an der Parkstraße gezogen – dorthin, wo die Agentur bereits bis zum Kauf der Musikschule residiert hatte. Die Fürstliche Musikschule war von Hering 1998 erworben und aufwendig nach den alten Bauplänen saniert und renoviert worden. Unter anderem wurde schwarzer Granit verbaut sowie der alte Parkettboden des Gebäudes komplett aufgearbeitet. Außerdem wurde das zuvor von der aufgelösten Standortverwaltung genutzte Gebäude entkernt, aus kleinen Büros und Abstellräumen wurden repräsentative Räumlichkeiten geschaffen.




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