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Meinsen-Warberaner Ortsbegeher wandern vom Neubaugebiet zum Sportheim des FC Hevesen

Ein Schnatgang mit ungewöhnlichem Schluss

Meinsen/Warber (bus). Gut sechs Stunden haben die Teilnehmer des vom Ortsrat Meinsen-Warber organisierten Schnatgangs am Samstag miteinander verbracht. Der Inspizierung der örtlichen Begebenheiten wohnte in diesem Jahr ein etwas außergewöhnlicher Charakter inne. Bereits der Start am Baugebiet „Zwischen den Wegen“ – Ortsbürgermeister Rudi Beier: „Ein ungewöhnlicher Treffpunkt“ – lag etwas außerhalb der Gewohnheit. Und der Abschluss ging sogar im „ausländischen“ Achum über die Bühne.

veröffentlicht am 01.06.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 14:21 Uhr

Ziel der drei Kilometer langen Strecke war das Vereinsheim des FC Hevesen. Der Besuch bei den Sportlern war bereits im vergangenen Jahr geplant gewesen, hatte aber abgesagt werden müssen. „Wir kommen zum FC, weil auch viele unserer Kinder hier Fußball und Tennis spielen und weil hier hervorragende Jugendarbeit geleistet wird“, erläuterte Beier. Die regelmäßig vom Ortsrat nach Achum transferierten finanziellen Zuwendungen würden „keineswegs in den Sand gesetzt“. Als zweiten Grund der Stippvisite nannte der Ortsbürgermeister die Besichtigung des jüngst fertiggestellten Sportheims.

„Bei diesem Gebäude handelt es sich im Grunde genommen nicht um ein Sportheim“, stellte Achums Ortsvorsteher Gerhard Schöttelndreier umgehend richtig. „Hier gibt es weder einen Aufenthaltsraum geschweige denn eine Theke“. Genau betrachtet stelle der Neubau lediglich Umkleidemöglichkeiten und sanitäre Einrichtungen zur Verfügung. In der Gesamtschau sei die Errichtung des Bauwerks nicht viel teurer gewesen als die Renovierung der maroden alten Anlage, betonte Schöttelndreier. Geboten werde das, was dem heutigen Standard entspreche.

Der Ortsvorsteher hatte die Schnatgänger zuvor in der Feldflur unweit des Heeresfliegerkasinos in Empfang genommen. „Achtung! Nach 100 Schritten verlassen Sie die Gemarkung MeiWar!“, war hier auf einem eigens errichteten Schild zu lesen. Und einhundert Schritte weiter verkündeten zwei weitere Schilder: „Fürstentum Schaumburg-Lippe, Gemarkung Achum“ sowie „Grenzübertritt für Zusammenrottungen von mehr als 20 Mannsbildern und Frauenpersonen nur mit Genehmigung des Achumer Vorstehers gegen Entrichtung eines angemessenen Wegezolls erlaubt.“

Dass den 40 Teilnehmern der Ortsbesichtigung jetzt nicht angst und bange wurde, lag wegen der bekannt humorig-saloppen Wesensart der Hauptprotagonisten Schöttelndreier und Beier auf der Hand. Die Zoll-Androhung verkehrte sich sogar ins Gegenteil, als auf der Grenze „zufällig“ eine Flasche Schnaps gefunden wurde. Die vom „Zöllner“ Schöttelndreier nur oberflächlich versteckte (und von den Wandersleuten sogleich verkostete) Sonderabfüllung „Schwarzer Achumer“ erwies sich als Wunderelixier. „Höher dosiert auch sehr wirksam bei schlechter Stimmung, Unlust und Faulheit“, verriet das Etikett – worunter die Schnatgesellschaft aber keinesfalls litt.

Ebenso wenig wie die Ortsbegehung unter auch durchaus ernsthaften Aspekten. Die Gruppe hatte vom „ungewöhnlichen Treffpunkt“ – Beier: „Keine Schule, keine Kneipe, kein Dorfgemeinschaftshaus“ – an der Einmündung der Straßen „Zu den Brücken“ und „Zur Brückenschmiede“ ausgehend die Situation an der neu gestalteten Zufahrt ins Baugebiet sowie den dortigen Kinderspielplatz in Augenschein genommen. Weitere Stationen waren das am Achumer Weg auf dem Gelände der Metallkunstwerkstatt Stahlhut veranstaltete Künstlerfest und der an der Bückeburger Aue gelegene „Hof Aumann“.

Am Ende des ereignisreichen Tages trug ein von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Meinsen-Warber-Achum auf die Beine gestellter Shuttle-Service dafür Sorge, dass der jetzt doch ein wenig müden Truppe der Fußmarsch zurück in die heimatlichen Gefilde erspart blieb.




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