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Handballer Lars Lehmann im Gespräch

„Ein schöner Traum…“

Bückeburg. Was vor sieben Jahren in Röcke beim TV „Einigkeit“ begann, geht nun im Norden Schaumburgs weiter. Und Lars Lehmann ist mit seinem Einstieg recht zufrieden. Seit zwei Monaten spielt der 17-jährige Handballer in der A-Jugend der HSG Schaumburg Nord, in der fünf Vereine zusammengefasst sind. Sitz ist Waltringhausen bei Bad Nenndorf. Für Lehmann ist klar: „In der Region ist das zurzeit die höchste Spielmöglichkeit.“ Man kämpft um den Aufstieg in die 3. Liga. Damit würde der Spielraum in Norddeutschland schon recht groß. Und die 1. Herren spielt in der nächsten Saison Oberliga.

veröffentlicht am 29.05.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 21:41 Uhr

Seine zwei Meter Körpergröße lassen den blonden Adolfiner unter Gleichaltrigen in der Schule im „Jahrgangsstall“ manchmal fast wie einen Leuchtturm wirken. „Hier oben hat man schon eine recht schöne Übersicht“, scherzt er. Das sei im Spiel oft von Vorteil, strategisch, taktisch und beim Torwurf ganz praktisch. Linkshänder Lehmann hat im rechten Rückraum seinen primären Wirkungskreis, in der Abwehr kann er schon durch Größe, Sprungkraft, Mut, Schnelligkeit und Wendigkeit auf halbrechter Position dem Gegner den Spaß ganz schön verderben.

Auch wenn er viel Zeit mit der Fahrerei verbringen muss, hat er noch nicht bereut, an den nördlichen Rand des Landkreises gewechselt zu haben. Schulische Anforderungen und sportliche Belastungen seien seines Erachtens gut vereinbar. Und im Konfliktfall kann er sich sicher sein: „Echte schulische Verpflichtungen gelten im Verein als Entschuldigung!“ Ansonsten heißt die Devise: Hart und ausdauernd trainieren! Teamgeist, Geistesgegenwart und Siegeswillen dürften für die Entwicklung in der Schule dabei sicher auch nicht gerade schädlich sein.

Als Vorbild nennt das Nachwuchstalent den Ex-Nationalspieler Pascal Hens, ehemals HSV Hamburg. Das Herz des Bückeburgers schlägt aber „ganz eindeutig und schon lange für GWD Minden“. Natürlich geht ihm manchmal die Frage durch den Kopf, wie weit „oben“ er mal spielen könnte. Das Wort Bundesliga wird im Gespräch mit unserer Zeitung sehr vorsichtig benutzt, zuerst ehrfürchtig und bescheiden, dann ein wenig verschmitzt. „Das wäre schon nicht schlecht. Ein schöner Traum…“ Aufschneider treten anders auf. Dass Handballprofis finanziell anders dastehen als ihre (zu) hoch geschätzten Fußballkollegen, weiß der Sohn eines Bankers natürlich.

So gehen die beruflichen Pläne nach dem Abitur am Adolfinum im Jahr 2014 mit Sport als Prüfungsfach derzeit (noch) Richtung Sozialwissenschaften, allerdings in praktischer Absicht: „Ein Job als Streetworker würde mir gefallen.“ Wer einen solchen Bewegungsdrang hat, so hoch aufragt und bereits Erfahrungen in der ehrenamtlichen Jugendarbeit besitzt, der sieht in Schreibtisch und Bürostuhl eben nicht das passende Mobiliar für das lange währende Berufsleben. vhs




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