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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen besucht das Internationale Hubschrauberausbildungszentrum

„Einzigartig in seiner Qualität“

Bückeburg. „Das Internationale Hubschrauberzentrum ist einzigartig in seiner Qualität in Europa.“ Das hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nach ihrem zweistündigen Besuch des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums (IHAZ) auf dem Flugplatz in Achum festgestellt. Es sei gut zu hören, dass hier pro Jahr 250 Menschen für die fliegerische oder technische Laufbahn ausgebildet würden. Um die Menschen zu einer militärischen Berufsentscheidung zu bewegen, müsse die Attraktivität gesteigert und die Standards erhöht werden. Daher würden in den kommenden Jahren mindestens 17 Millionen Euro in den weiteren Ausbau des Standorts investiert.

veröffentlicht am 25.07.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:22 Uhr

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Wie „hochmodern“ der Standort ist, zeige die Tatsache, dass bereits zwölf Nationen ihre Piloten an der ehemaligen Heeresfliegerwaffenschule ausgebildet haben. Sechs Nationen hätten angefragt, ihre Piloten in Bückeburg auszubilden. Die Ausbildung müsse europäisch durchgeführt werden, auch im Rahmen der Verflechtung der Armeen der Bündnispartner: „Je mehr verflochten, desto besser.“ Durch die Internationalisierung könne der Anteil der Kosten für die Bundeswehr gesenkt werden. Am Rande der Sommerreise der Ministerin war bekannt gegeben worden, dass das IHAZ einer der wenigen Standorte der Bundeswehr ist, der durch solche Einnahmen Umsatzsteuer zahlen muss.

Das Thema der Probleme rund um den mittleren Transporthubschrauber NH90 wurde nur am Rande angesprochen. Zur Übereinkunft mit der Industrie mit der Senkung der Beschaffung der NH90 für das Heer und der Erhöhung des Kontingents für die Marine bezeichnete sie als „innerhalb des vorgegebenen Rahmens als eine sehr gute Lösung“. Zur Verwendung der NH90 für „MedEvac“-Einsätze, also der Bergung von verwundeten Soldaten aus Kampfgebieten sagte die Ministerin, dass gemeinsam mit internationalen Partnern „Cluster“ gebildet werden sollen, „Fliegende Lazarette“. Deutschland könne im Rahmen dieser Einsätze das Material stellen, kleine Nationen das Personal.

Nachdem die Türkei in der Nacht IS-Stellungen in Syrien angegriffen hatte, stand auch die Weltpolitik für kurze Zeit im Fokus. Die Angriffe seien eine Entscheidung der türkischen Regierung. Dieser Kampf sei sehr ernst und werde uns lange beschäftigen. Die Bundeswehr werde sich weiter mit der Unterstützung der Peschmerga im Irak daran beteiligen. Sollte der Bündnisfall eintreten, verwies die Ministerin auf Artikel 5 des NATO-Vertrags. In ihm ist festgehalten, dass ein Angriff auf einen Bündnispartner als ein Angriff auf alle Verbündeten angesehen wird.

„Meine Zukunft sehe ich bei der Bundeswehr“, erklärte die Auszubildende Yaprak Özdemir der Verteidigungsministerin. tol

Zu Beginn ihres Besuchs war die Ministerin vom Kommandeur des IHAZ, Oberst Uwe Klein, begrüßt worden. Anschließend führte die Ministerin kurze Gespräche mit Soldaten und Soldatinnen, die vor dem NH90 und dem Ausbildungshubschrauber EC-135 angetreten waren. „Der Spezies NH90, von der wir gerne mehr hätten“, merkte Ursula von der Leyen in einem Gespräch an.

Vor der EC-135 erlebte die Ministerin live, dass in Bückeburg auch Piloten der Teilstreitkräfte von Marine und Luftwaffe ausgebildet werden. „Sie waren nicht als Matrose zu identifizieren“, lachte sie, als sich einer der Männer als Marineflieger offenbarte. Auch mit einem schwedischen Piloten, die seit Jahren in Bückeburg ausbilden, sprach sie kurz.

In der Ausbildungswerkstatt wurde sie vom neuen Leiter Harald Habben begrüßt. Vom Azubi Valentin Falke ließ sie sich das Feilen an einem Werkstück für eine Halterung der Kantbank erklären. Yaprak Özdemir, Auszubildende im 3. Lehrjahr erklärte ihr, dass sie ihre Zukunft in der Bundeswehr sehe. Die Ministerin hinterher in ihrem Statement für die Presse: „Wir brauchen Sie.“

Anschließen ging es weiter ins Simulatorzentrum, wo die Ministerin vom Leiter Oberstleutnant Christoph Hegele eine kurze Einführung in die Simulatoren erhielt. Sie verschwand in einem der Cockpits der Dome, wurde eine kurze Runde „geflogen“, um sich dann in der Zentrale am Computerbildschirm erklären zu lassen, wie der Simulator funktioniert: „Wir verfolgen hier, was im Simulator passiert oder geben neue Situationen vor, eine ,1 zu 1‘-Abbildung der Realität.“




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