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Tierheim verzeichnet einen großen Zustrom an Abgabetieren

Elend erreicht eine neue Qualität

Bückeburg. Tiere als Geschenk zu Weihnachten, das ist in allen Tierheimen eine lange Leidensgeschichte. Nahezuüberall steigt die Zahl der Abgabetiere nach den Feiertagen sprunghaft an, weil viel zu oft die jungen Vierbeiner unüberlegt, vorschnell und für den Beglückten völlig überraschend verschenkt wurden. Im Tierheim Bückeburg hat das Elend in diesem Jahr eine neue Qualität erhalten: Hier begann die Abgabeschwemme erstmalig bereits vor Weihnachten.

veröffentlicht am 29.12.2007 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:28 Uhr

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Vor knapp einem Jahr trudelten kurz nach Weihnachten vor allem Zwergkaninchen im Tierheim am Hasengarten ein. "Die Tiere standen morgens kartonweise bei uns vor dem Tor!", erinnert sich die Vorsitzende des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln, Monika Hachmeister. Dabei kann ungeliebten Vierbeinern noch viel Schlimmeres passieren: "Wir haben es auch schon erlebt, dass Meerschweinchen oder Kaninchen nach Weihnachten einfach bei uns über den Zaun geworfen wurden und starben." Jetzt erlebte das Tierheim erstmalig bereits vor den Feiertagen einen enormen Zustrom von Abgabetieren: "Vor allem alte Hunde wurden uns gebracht", berichtet Monika Hachmeister. Deren Zahl sei so plötzlich und so rasant angestiegen, dass die Vereinsvorsitzende nicht an einen Zufall glauben mag: "Ich kann es mir nicht anders vorstellen, als dass dort in vielen Fällen Platz geschaffen werden sollte für das Weihnachtsgeschenk, das schon beim Züchter bestellt war." Manch einer wollte vielleicht auch in dem Wissen, dass das Tierheim zwischen Weihnachten und Neujahr Betriebsferien macht, noch rechtzeitig Tabula rasa machen, um ohne Mühen und Kosten für den lästig gewordenen Vierbeiner in den Ski-Urlaub reisen zu können. Auch seine Vermittlungspraxis hat der Tierschutzverein der Jahreszeit angepasst: "Natürlich vermitteln wir auch zu Weihnachten Tiere", betont Monika Hachmeister, "aber wir bemühen uns noch mehr als sonst um intensive Beratung und Aufklärung." So raten die Bückeburger Tierschützer unter anderem dazu, zunächst nicht das Tier selbst, sondern das Zubehör und Literatur über den Hausgenossen zu verschenken - und das Tier selbst erst nach Silvester ins Haus zu holen. So kann sich Herrchen oder Frauchen in spe zunächst intensiv auf den neuen Weggefährten vorbereiten. Mit diesem Vorschlag ist Hachmeister bei vielen Interessenten auf offene Ohren gestoßen.




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