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Computer-Unterricht für Senioren geht an der Stadtschule Rodenberg ins vierte Jahr

E-Mails und Fotos gefragt

Rodenberg. Was ist ungewöhnlicher? Dass Schüler zu Lehrern werden oder dass Menschen im Rentenalter die Schulbank drücken? Egal. An der Stadtschule Rodenberg geschieht beides im selben Raum und zur selben Zeit. Zehntklässler bringen dort nämlich im mittlerweile vierten Jahr Senioren Computerkenntnisse bei.

veröffentlicht am 17.09.2013 um 19:49 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 07:22 Uhr

80 „Kunden“ zwischen 55 und 88 Jahren haben etwa 50 Schüler in den ersten drei Jahren des Projekts „Schüler helfen Senioren“ unter der Regie des Lehrers Jochen Göhler-Jetschmann bereits betreut. Und zumeist haben die jungen PC-Lehrer den etwa fünfmal älteren Laien quasi die ersten Schritte am Computer und im Internet beigebracht. Ab und zu kamen auch Senioren mit Grundkenntnissen, die ihre Fähigkeiten vertiefen wollten.

In allen Fällen galt aber eines: Die Jüngeren am Tisch erwiesen sich als geduldige Lehrer, die Älteren als gelehrige Schüler. Wenn es auch manchmal kompliziert wurde. „Man muss fast jeden Tag von vorn anfangen“, schildert Tim Ahlgrimm die Arbeit mit denjenigen Senioren, die größere Probleme mit der ungewohnten Materie hatten. Göhler-Jetschmann sieht gerade dort den pädagogischen Wert des Projekts. Für die Schüler seien die Kenntnisse, die sie vermitteln sollen, Fingerübungen. „Es geht darum, das Fachwissen auf ein Niveau herunterzubrechen, das alle verstehen“, so Göhler-Jetschmann.

Die meist benutzten Begriffe sind E-Mail und Foto. Denn die „Kunden“ wollen vor allem wissen, wie E-Mail-Verkehr funktioniert, wie sie Bilder auf ihren Rechnern speichern können, wie sie Urlaubsfotos versenden können, und manchmal auch, wie man Fotos bearbeitet. Die Handhabung von Maus und Tastatur sowie das Bedienen von Internet-Browsern werden ebenfalls stark nachgefragt. Und die generelle Systematik am PC ist wichtig: Wo speichert man Dateien idealerweise ab, wie findet man sie wieder und so weiter?

Es hat sich eine Art Schülerfirma entwickelt, in der die Aufgaben unterteilt sind in Kundenbetreuung, Kundendatenverwaltung, Kassenbuch, Rechnungswesen, Design und Werbung. Die Einnahmen – eine Einzelstunde kostet pro „Kunde“ 7,50 Euro, bei regelmäßigen Besuchen sechs Euro – werden verbucht und für Werbung, Materialbeschaffung und ein jährliches gemeinsames „Geschäftsessen“ verwendet.

Derzeit sind noch etwa zehn Plätze frei, dienstags von 10 bis 11 Uhr können sich Senioren in Eins-zu-eins-Situation von den Schülern unterrichten lassen. Wer Interesse hat, sich von den Zehntklässlern in den Grundkenntnissen von Computer und Internet schulen zu lassen, kann sich unter Telefon (0 51 37) 93 80 35 zusätzlich informieren beziehungsweise anmelden.gus




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