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Verbindungsstraße zwischen Bückeburg und Porta Westfalica ist für den Verkehr freigegeben

Endlich: Fahren ohne Grenzen – über Grenzen

Bückeburg/Wülpke (ly). Stephan Böhme hat einmal gesagt, für gutes Wetter sei der Bürgermeister zuständig. An einem besonders wichtigen Tag muss der direkte Draht nach oben defekt gewesen sein. Im strömenden Regen haben der Portaner Verwaltungschef und sein Bückeburger Amtskollege Reiner Brombach die ausgebaute Verbindungsstraße Im Gallen offiziell für den Verkehr freigegeben. Wolken am Himmel, Sonne im Herzen: Böhme freute sich sehr, schließlich seien vom ersten Gedanken bis heute fast 20 Jahre vergangen.

veröffentlicht am 11.12.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 10:41 Uhr

Und Brombach freute sich „insbesondere, weil uns der Ausbau kein eigenes Geld gekostet hat“, wie er halb im Scherz anmerkte. Zurück geht das grenzübergreifende Projekt nämlich auf den ausdrücklichen Wunsch der Portaner. Und das hat einen ernsten Hintergrund: Erstens sollen die Ortsdurchfahrten Kleinenbremen, Nammen und auch Luhden vom Schwerlastverkehr entlastet werden.

Zweitens bringt die Verbreiterung der Straße eine bessere Anbindung des Nammer Gewerbegebietes an das überregionale Straßennetz. Lastwagen, die von dort kommen, können über die Rampe am Bückeburger Hasengarten auf die Bundesstraße 83 und rasch zur Autobahn gelangen. Nicht zuletzt verspricht ein Rad-/Gehweg mehr Sicherheit für schwächere Verkehrsteilnehmer.

Vor allem die Wülpker sind jedoch nicht ganz zufrieden, weil auf dem letzten Stück bis zur Rintelner Straße mehrere hundert Meter Radweg fehlen. „Es gab Probleme mit dem Grunderwerb“, erklärt Stefan Mohme, technischer Beigeordneter in Porta. Radler, die von Bückeburg nach Kleinenbremen wollen, können Wirtschaftswege nehmen, wobei die anhaltende Sperrung der Lütgenbremer Holzbrücke allerdings für einen Umweg sorgt.

Kritikpunkt Nummer zwei richtet sich gegen die neue Verkehrsinsel an der Kreuzung Im Gallen/Rintelner Straße, die bei Dunkelheit erst spät zu erkennen sei, wie es zuletzt im Bezirksausschuss hieß. „Anfang 2010 kommt eine Beleuchtung“, beruhigt Gerd Edler, Abteilungsleiter Straßen im Portaner Wirtschaftsbetrieb. „Die Lampen sind bereits bestellt.“

Auf Bückeburger Seite heißt die Straße Hasengarten, auf Portaner Gebiet Im Gallen. Erfolgt war der Ausbau in drei Abschnitten. Die Rampe auf die B 83 im Bereich Hasengarten ist schon länger fertig. Anfang der 1990er-Jahre hatte es erste Überlegungen gegeben, den Gallen auszubauen. Einerseits sollte Nammen als Gewerbestandort gestärkt, zugleich benachbarte Ortspassagen vom Schwerverkehr entlastet werden.

Fast wäre die Maßnahme in Nordrhein-Westfalen am Grunderwerb gescheitert, doch durch eine Umplanung wurde der im November 2006 zunächst widerrufene Zuschussantrag erneut bewilligt und damit die Finanzierung sichergestellt. „Besonders erfreulich“ findet Bürgermeister Böhme, „dass in Zeiten finanzieller Engpässe der anvisierte Kostenrahmen sogar geringfügig unterschritten wurde“. Gekostet hat das Gesamtprojekt rund 1,8 Millionen Euro, wovon 600 000 Euro auf die Zufahrt zur B 83 entfallen.

Der Ausbau Hasengarten schlägt mit 450 000 Euro zu Buche, für Im Gallen mussten weitere 750 000 Euro locker gemacht werden. Die Kosten für Porta Westfalica belaufen sich auf 500 000 Euro. Der Rest verteilt sich auf den Bund sowie die Länder Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Nach Überzeugung Brombachs zeigt das Projekt, dass es zwischen den Bundesländern keine unüberwindbare Grenze gebe.




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