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Planungen in Meinsen-Warber und Rusbend folgen dem Prinzip „Objektschutz statt Rückhaltung“

„Endstadium“ im Hochwasserschutz erreicht

Meinsen/Warber (bus). Die Planungen zum Hochwasserschutz in den Ortslagen Meinsen-Warber und Rusbend haben nach Auskunft von Karlheinz Soppe „ihr Endstadium erreicht“. Das berichtete der Baubereichsleiter während der jüngsten Sitzung des Ortsrates Meinsen-Warber. Derzeit werde die Genehmigungsplanung ausgearbeitet, mit der Umsetzung könne womöglich im kommenden Jahr begonnen werden, erläuterte Soppe.

veröffentlicht am 22.02.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 08:41 Uhr

Das Thema steht mittlerweile im siebten Jahr auf den Tagesordnungen der Ortsparlamente. Die jetzt spruchreife und von der überwiegenden Mehrheit aller Betroffenen und Beteiligten akzeptierte Vorgehensweise stellt indes einen Kompromiss dar. Das zunächst favorisierte Modell, dessen Kern auf der Vorhaltung einer rund 110 000 Kubikmeter fassenden und etwa 25 Hektar großen Rückhaltefläche basierte, war am Widerstand einiger Grundbesitzer gescheitert. Die einfachste Lösung, eine Komplettverwallung des Warber Entlasters und die Abführung des Wassers in den Mittellandkanal hatte wegen abschlägiger Bescheide der zuständigen Behörden zu den Akten gelegt werden müssen. Nun wird nach dem Prinzip „Objektschutz statt Rückhaltung“ vorgegangen. Hinzu kommt eine Optimierung des Wasserabflusses.

Im Vordergrund steht vor allem der Schutz des Areals Rübenkamp/Kleine Wiese. Der vom Ingenieurbüro „Geum.tec“, Hannover, entwickelte Entwurf sieht die Errichtung flacher Erdwälle vor, die das Areal südlich und östlich umschließen. Für den Lückenschluss auf den Fahrwegen sollen im Ernstfall ein Dammbalkenwehr und eine Rampe sorgen. Hauptmaßnahme der Abflussoptimierung ist die Schaffung einer grabenähnlichen, etwa fünf Meter breiten und bis zu 50 Zentimeter tiefen Entlastungsmulde am Ostrand der „Kleinen Wiese“. Um das ungehinderte Abfließen zu gewährleisten, erhält der Durchlass „Deinser Straße“ drei zusätzliche Rohre. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer Veränderung der Grabenführung Richtung Kanal – die Fluten sollen die Wasserabschlagsanlage (Düker) nicht wie bisher in spitzem Winkel, sondern möglichst geradlinig erreichen.

Nennenswerter Widerstand regte sich lediglich im Publikum. „Ich bin darüber empört, dass man dem einen hilft und den anderen unter Wasser setzt“, meinte ein Zuhörer. Er werde „den Plan wahrscheinlich nicht hinnehmen“.

Ein großer Teil des über den Warber Entlaster abgeführten Wassers füllt das unmittelbar am Mittellandkanal gelegene Schlammbecken. Eine Erhöhung der Einleitungsmenge in den Kanal, die aber bei den zuständigen Behörden auf Ablehnung stößt, würde die Hochwassergefahr für Meinsen-Warber und Rusbend erheblich mindern. Foto: bus




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