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Drei Mal muss sie zu Einsätzen auf der B 65 ausrücken

Entenfamilie hält Polizei in Atem

BÜCKEBURG/PORTA. Eine Entenfamilie hat am Donnerstagmorgen Polizei und Autofahrer auf der B 65 in Atem gehalten. Insgesamt drei Mal rückte die Polizei Minden an die Auffahrt Erbeweg kurz vor dem Porta-Markt aus, bis schlussendlich Mutter Ente mit ihren sechs Küken in Sicherheit war.

veröffentlicht am 09.06.2017 um 12:56 Uhr
aktualisiert am 09.06.2017 um 18:40 Uhr

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Auch die Bückeburgerin Janis Probst war mit ihrer Freundin Mara Burmester in einen der Einsätze involviert. Die beiden hatten die Entenfamilie gegen elf Uhr im Vorbeifahren Richtung Porta-Markt entdeckt. Sie wendeten kurz entschlossen im Kreisel am Ende der B 65, um zurückzufahren und die nächste Aus- und Auffahrt zu nehmen. In Höhe der Entenfamilie bremsten sie ab, schalteten die Warnblinker an und sicherten so im „Watscheltempo“ die Familie. Bis zu 50 Autofahrer, manche wild gestikulierend und hupend fuhren an dem Hindernis vorbei. Kurze Zeit später traf „zum Glück“ ein Streifenwagen der Polizei Minden-Lübbecke ein, der die weitere Sicherung der Entenfamilie übernahm. „Wir wollten auch schon aussteigen und die Entenfamilie in Sicherheit bringen“ schilderte Janis Probst, 21 Jahre, wohnhaft im Ortsteil Scheie, die Situation: „Aber das wäre auch für uns gefährlich geworden.“ Zum Glück sei dann auch die Polizei eingetroffen. „Ja, wir sind tierlieb, wir hätten bei jedem Tier angehalten“, ergänzte Mara Burmester, 22 Jahre, aus Krainhagen.

Seine Kollegen hatten mittlerweile fast auch schon Routine bei der Entenrettung entwickelt, wie der Pressesprecher der Polizei Minden Lübbecke, Thomas Bensch, auf Anfrage mitteilte. Denn insgesamt drei Mal hatten die Enten die Beamten auf Trab gehalten.

Um 9.15 Uhr war der erste Alarm von Autofahrern über den Notruf eingegangen. Als das Team der Polizeiwache Porta vor Ort war, zog es die Entenfamilie ob des großen Polizeiwagens wohl vor, sich in Sicherheit zu bringen. Sie verschwand im Gebüsch.

Um 10.07 Uhr war der große Schreck offensichtlich vorbei. Der nächste Anruf ging ein: Entenfamilie auf der B 65. Dieses Mal gestaltete sich der Fall komplizierter. Mittlerweile war die Familie getrennt. Also übte sich das Polizeiteam in Familienzusammenführung. Die sechs Küken wurden eingesammelt, in einer Tüte verstaut und zur Entenmutter gebracht. „Da war alles wieder gut“, so Thomas Bensch. Die Entenfamilie verschwand wieder . Ausweise hätten die Beamten nicht kontrolliert: „Wir gehen aber davon aus, dass es die gleichen Enten waren.“

Um 11.07 Uhr der dritte Einsatz, der, in den die Bückeburgerin involviert war: Entenfamilie auf der B 65. „Wieder unsere Familie“, wie es Bensch formulierte: „Die müssen die Kollegen mittlerweile lieb gewonnen haben.“ Und guter Rat war teuer. Was tun? Schlussendlich sperrte die Polizei die B 65, ermöglichte so der Entenfamilie das sichere Überqueren der Fahrbahn. Mutter Ente samt der sechs Küken verschwand watschelnd wieder im Gebüsch. Und blieb dort auch. Sie scheinen offensichtlich einen Teich gefunden zu haben. Denn es ging kein weiterer Anruf ein.

Ach so, einen vierten Anruf gab es auch noch aus dem Bereich. Um 10.30 Uhr. Der entpuppte sich aber als Ölspur. Thomas Bensch: „Wir schließen Zusammenhänge mit der Entenfamilie aus.“




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