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Rundweg um Deister: Zwei Studenten stellen eine 70 Kilometer lange Panoramastrecke vor

Erboster Förster warnt vor „Schnellschuss“

Bad Nenndorf/Rodenberg (her). Ein neuer Panoramawanderweg soll den Deister als touristisches Ausflugsziel weiter aufwerten. Die Studenten Peter Hofschild und Immanuel Jähnchen haben ein Konzept für diesen Wanderweg präsentiert. Allerdings gibt es auch kritische Stimmen.

veröffentlicht am 07.04.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 08:41 Uhr

Mit dem Projekt eines Wanderweges rund um den Deister legten Hofschild und Jähnchen ihre Abschlussarbeit für das Institut für Umweltplanung an der Leibniz-Universität Hannover vor. Über nahezu 70 Kilometer solle der Panoramaweg führen und dabei alle Deister-Kommunen miteinander verbinden – ähnlich dem Fahrradrundkurs Deister-Kreisel. Von der Bantorfer Höhe erstreckt sich die Wanderroute über Rodenberger Hütte, Feggendorfer Stolln, Walterbachtal, Springer Deisterpforte und Völksen weiter nach Bredenbeck, Wennigsen und Barsinghausen. „Auf diesem Weg können die Wanderer an vielen Stellen einen herrlichen Panoramablick in die Natur genießen. Außerdem haben wir auf eine gute Anbindung an den öffentlichen Bus- und Bahnverkehr geachtet“, erläuterte Peter Hofschild.

Von großer Bedeutung sei eine deutlich erkennbare Beschilderung für den Wanderweg. Ohnehin hätten Befragungen von Deisterbesuchern gezeigt, dass die Beschilderung vorhandener Wegeführungen oft kritisiert werde.

Der Tourismus-Verein Barsinghausen will den Deister-Panoramaweg nun möglichst schnell und kostengünstig realisieren. „Unser Ziel ist es, den Deister als touristische Einheit zu vermarkten“, sagte der stellvertretende Vorsitzende, Hermann Körner.

Dagegen übte Frank Nüsser von der staatlichen Revierförsterei Georgsplatz heftige Kritik an dem Projekt. Nach Auffassung von Revierförster Nüsser wären die Deister-Kommunen falsch beraten, einen reinen Panoramaweg mit einer zusätzlichen Kennzeichnung zu planen. Wesentliche Teile des Deisters, insbesondere der bei vielen Wanderern beliebte Kammweg, blieben bei diesem Vorschlag unberücksichtigt.

„Ich warne vor einem Schnellschuss“, sagte Nüsser, zumal da noch keine Gespräche mit den betreffenden Waldbesitzern geführt worden seien. Eine Kennzeichnung des geplanten Panoramawegs mit Farbmarkierungen an Bäumen werde es jedenfalls nicht geben, so Nüsser. Barsinghausens Stadtmanagerin Astrid Eblenkamp hielt dem entgegen, dass es sich bei diesem studentischen Projekt bislang lediglich um einen Vorschlag handelt. Nun sollten sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen, um Detailfragen zu klären.

Für Thomas Slappa von der GeTour Bad Münder, Sprecher des kommunalen Arbeitskreises Deister, zeigt der Panoramaweg neue Ansichten und Perspektiven auf. Dabei werde der Kammweg seine Bedeutung als zentrale Wanderstrecke für die Deisterbesucher keineswegs verlieren.

Unterstützung für den Panoramaweg kündigte auch Bad Nenndorfs Stadtdirektor Bernd Reese an: „Ich werde alles tun, um dieses Projekt bei uns voranzubringen“, sagte Reese.




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