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Einstimmiges Votum der Synode für den neuen Landeskirchenamts-Präsidenten Christian Frehrking

Erleichterung

Bückeburg. Die Erleichterung war der Synode der Schaumburg-Lippischen Landeskirche anzumerken: Mit Applaus und langem auf die Tische klopfen wurde die eigene einstimmige Entscheidung bejubelt, dass der Jurist Christian Frehrking (43) zum neuen Präsidenten des Landeskirchenamtes gewählt worden ist. Synodenpräsident Klaus-Dieter Kiefer und Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke überreichten Blumen, als Frehrking erklärt hatte, die Wahl anzunehmen.

veröffentlicht am 13.02.2016 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 06:22 Uhr

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Knapp zwei Stunden hatte die Synode am Donnerstagabend im Gemeindehaus neben der Stadtkirche getagt, darunter eine gute halbe Stunde zwecks einer internen Aussprache hinter verschlossen Türen, ehe die Entscheidung feststand. Die sehr deutlich ausfiel: Von 28 anwesenden Synodalen votierten 27 für Frehrking, einer enthielt sich der Stimme. Ursprünglich hatten das Synodalpräsidium und der Landeskirchenrat der Synode zwei ausgewählte Bewerber präsentieren wollen. Einer hatte kurz zuvor aber seine Bewerbung zurückgezogen. Voraussichtlich am 1. Juni wird Oberkirchenrat Christian Frehrking sein Amt im Landeskirchenamt an der Bahnhofstraße antreten.

„Traumabewältigung“, hieß es während des nicht öffentlichen Teils bei der Schar der Wartenden vor der Tür in Anspielung darauf, dass die Synode bei ihrer letzten Personalentscheidung für den Präsidenten des Landeskirchenamtes arg daneben gelegen hatte. Nach jahrelangen Querelen war Ende des vergangenen Jahres Frehrkings Vorgänger Sebastian Geißler zur Hannoverschen Landeskirche gewechselt. „Wir haben als Kirche zum Teil bestandsgefährdende Jahre hinter uns“, hatte Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke in seinem kurzen Bischofsbericht zu Beginn der außerordentlichen Synode diese Zeit umrissen: „Wir sind zusammengeblieben. Die Zeit hat viel Energie und Kraft gebraucht.“ Die Zeit habe aber auch gezeigt, dass wir gebraucht werden als Kirche in Schaumburg. Dabei gehe es nicht um die Kirche, sondern darum, das Evangelium weiter zugeben und zu verkünden. Der Bischof: „Ich empfinde tiefe Dankbarkeit, dass wir zusammengeblieben sind.“

Für acht Jahre ist Frehrking zunächst gewählt. Auch eine Erfahrung aus den Querelen der vergangenen Jahre, aus der die Synode mit einer Änderung des Kirchengesetzes Konsequenzen gezogen hat. Denn zuvor war der Präsident auf Lebenszeit gewählt worden.

Nach der Wahl sagte der Präsident der Landessynode, Klaus Dieter Kiefer, die Mitglieder der Synode hätten sich nach eingehender Beratung für Frehrking entschieden. Christian Frehrking erfülle das geforderte Anforderungsprofil der Stelle bestens. Aufgrund seines bisherigen beruflichen Werdegangs bringe er qualifizierte Erfahrungen und Sachkenntnisse mit. Mit seiner offenen, freundlichen und reflektierenden Art habe er die Synode überzeugt.

Dass sich die Schaumburg-Lippische Landeskirche wieder auf die Verkündung der Botschaft konzentrieren kann, dafür soll nun Christian Frehrking als der neue Präsident in der Kirchenverwaltung, im Landeskirchenamt, sorgen. Und er bringt als stellvertretender Leiter des Amtes der Vereinigten-Lutherischen Kirchen Deutschland (VELKD) alle Voraussetzungen mit, wie in seinem Vorstellungsgespräch vor der Synode deutlich wurde.

Kein Freund der Doppik

Frehrking ist Jurist, seit 15 Jahren bei der VELKD, Kirchenbeamter, fit im Arbeits- und Dienstrecht, in der Verwaltung und auch mit haushaltstechnischen Dingen betraut. Dass er nicht unbedingt ein Freund der Doppik, der doppelten Haushaltsführung, ist, sondern gerade in der Verwaltung der Kirchengemeinden die Kameralistik vorzieht – „Kirche zahlt keine Steuern, wir brauchen also keine Abschreibungen“ – kam bei den Synodalen gut an. Im Kindergartenbereich oder aber den Friedhöfen könne man aber über Doppik nachdenken. Auch die Verwaltung der Kindergärten zusammenzuführen und damit Synergieeffekte zu heben, schlug er vor: „Die Entscheidungen rund um die Kindergärten bleiben natürlich bei den Kirchengemeinden.“

Warum er trotz einer „recht ordentlichen Karriere“ bei der VELKD nach Bückeburg kommen wolle?, fragte Frehrking die Synode. Um die Antwort zu geben, dass nach 16 Jahren „ein Wechsel dran“ sei. In der Schaumburg-Lippschen Landeskirche könne er Erfahrungen und ehrenamtliches Engagement verbinden und wieder näher an den Gemeinden sein: „Ein gutes Korrektiv auf gesamtkirchliche Ebene gesehen.“ Ihm mache es Spaß und Freude, Herausforderungen zu meistern und unmittelbar zu erleben, wie das Evangelium unter die Menschen gebracht wird. Ihm gefalle das Motto der Landeskirche „Nah dran“: „Es lässt mich hoffen, dass Kommunikation offen und direkter läuft.“ Und ohnehin: Er bewundere, dass die Landeskirche eine schlanke Verwaltung, dafür aber mehr Pastoren hat.

In den Bereich der Landeskirche wird Frehrking, „glücklich verheiratet“, so seine Betonung, und Vater zweier kleiner Kinder, nicht ziehen, sondern in seinem Wohnort Engelbostel bleiben. Dort wohnt er auf einem Resthof in einem Mehrgenerationshaus mit seinen Eltern. Stolzer Besitzer eines 40 Jahre alten Deutz-Treckers ist er auch. Im Winter vor einigen Jahren in Winzlar gekauft und eigenhändig überführt: „Hinterher war ich völlig durchgefroren und durchgerüttelt.“




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