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Parkplatz-Planung: Fledermäuse schützen vor weiterem Kahlschlag am Kurpark

Erneut Bäume im Visier

Bad Nenndorf. Über einen erneuten Eingriff in den Baumbestand der Bad Nenndorfer Innenstadt wird im Bauausschuss am morgigen Mittwoch diskutiert. Weil an der Poststraße zwischen Landgrafentherme und Haus Kassel ein Parkplatz entstehen soll, sind auch Bäume zu entfernen. Allerdings gibt es Auflagen: Schützenswerte Flugtiere dürften dafür sorgen, dass nicht zu viele Exemplare abgeholzt werden.

veröffentlicht am 10.06.2013 um 16:54 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 11:42 Uhr

10. Juni 2013 16:54 Uhr

Bad Nenndorf. Über einen erneuten Eingriff in den Baumbestand der Bad Nenndorfer Innenstadt wird im Bauausschuss am morgigen Mittwoch diskutiert. Weil an der Poststraße zwischen Landgrafentherme und Haus Kassel ein Parkplatz entstehen soll, sind auch Bäume zu entfernen. Allerdings gibt es Auflagen: Schützenswerte Flugtiere dürften dafür sorgen, dass nicht zu viele Exemplare abgeholzt werden.

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Der Bauausschuss soll den Bebauungsplan sowohl für den Parkplatz-Bereich als auch für das Areal des avisierten zentralen Platzes zwischen Kolonnadengebäude und Kurhaus auf den Weg bringen. Das Papier legt fest, was beim Realisieren der beiden Bauvorhaben berücksichtigt werden muss.

Wegen des Fledermausvorkommens in dem Bereich musste die Stadt ein Gutachten in Auftrag geben, das aufzeigt, welche Schutzaspekte mit Blick auf die Flugsäugetiere zu beachten sind. Und dies schränkt den möglichen Kahlschlag auf der Wiese zwischen Post- und Kurhausstraße ein.

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So muss beispielsweise zum Schutz der Fledermaus-Flugrouten eine Verbindungsachse aus Bäumen zwischen der Poststraße und der Kurhausstraße erhalten bleiben. Die vorhandenen amerikanischen Roteichen werden daher wohl verschont, zudem sei nordwestlich davon ein zusätzlicher, „hochstämmiger Laubbaum“ zu pflanzen.

Die zu erhaltenden Bäume – zusätzlich zu den Eichen sind dies auch zwei Rotbuchen – dürfen auch dann nicht einfach so gefällt werden, sollte festgestellt werden, dass sie schadhaft sind. Dann wären Ersatzbäume zu pflanzen, deren Standorte maximal um fünf Meter von den zu ersetzenden Exemplaren abweichen können. Daraus resultiert eine gewisse Flexibilität für den Parkplatzplaner. Dies ist Ivar Henckel, nach dessen Entwurf soll der Parkplatz etwa 40 Stellflächen für Autos und eine zusätzliche Motorradfläche umfassen.

Auch im Bereich des zentralen Platzes an der Schnittstelle Buchenallee/Kurhausstraße/ Promenade/Hauptstraße soll eine Verbindungsachse zwischen den Bäumen der Kurhausstraße und denen an der Buchenallee Bestand behalten. Dafür bleiben entweder fünf weitere Bäume verschont, oder es werden fünf Ersatzbäume gepflanzt. Die beiden Pappeln am Kolonnadengebäude haben wohl aber die längste Zeit gestanden – sie sollen gemäß der Sitzungsvorlage nicht erneut im Bebauungsplan verankert werden und können von daher auch gefällt werden.

Die Sitzung des Bauausschusses beginnt um 19 Uhr im Mehrgenerationenhaus.