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SPD feiert Errichtung des Ebert-Denkmals vor 80 Jahren / Hubertus Heil kommt

Erst zerstört und dann wieder aufgebaut

Kleinenbremen (ly). Hoch droben auf dem Papenbrink fristet der Friedrich-Ebert-Gedenkstein ein recht einsames Dasein. Demnächst bekommt er große Aufmerksamkeit: Mit einem Festakt erinnert der SPD-Stadtverband Porta Westfalica an die Errichtung des Ehren- und Mahnmals vor 80 Jahren.

veröffentlicht am 29.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 18:21 Uhr

Weil der Aufstieg für viele zu beschwerlich wäre und die Ausrichtung einer Feier in 300 Metern Höhe obendrein eine logistische Meisterleistung, haben die Genossen ihren Festakt am Sonnabend, 6. Juni, in die Kleinenbremer Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ verlegt. Dort beginnt um 13.30 Uhr ein Empfang, zu dem die gesamte Bevölkerung eingeladen ist. Prominenter Gastredner ist SPD-Generalsekretär Hubertus Heil.

Musik macht die örtliche A-Cappella-Gruppe „Schallbonbons“, zudem ehrt Heil langjährige Mitglieder. Für eine anschließende Wanderung zum Gedenkstein, die gegen 16 Uhr beginnen soll, bittet die Partei um Anmeldungen beim Stadtverbandsvorsitzenden Karsten Donnecker, Telefon (0 57 06) 17 91.

Zur Erinnerung: Friedrich Ebert (1871-1925) war SPD-Vorsitzender und von 1919 bis zu seinem Tode erster sozialdemokratischer Reichspräsident. Auch das Denkmal auf dem Papenbrink im Wesergebirge, der höchsten Erhebung weit und breit, hat eine bewegte Geschichte. Dort oben steht nämlich schon lange nicht mehr das ursprüngliche Gesteinsmassiv, gestaltet nach Plänen des Hausberger Architekten Warmbold.

Anhänger und Bewunderer Eberts hatten die damals 3,50 Meter hohe Gedenkstätte in den Jahren 1928 und 1929 errichtet. Zentnerschwere Gesteinsquader aus dem Steinbruch Kruse mussten mühsam bergauf transportiert werden. Pferdegespanne wurden dazu eingesetzt, im Winter ein eigens konstruierter Spezialschlitten. Pfingstmontag 1929 war Einweihung.

Dann kamen die Nazis und mit ihnen der Hass. Dass auf dem Papenbrink ein Denkmal Eberts stand, bereits zu Lebzeiten ein Feindbild, ließ den Braunhemden keine Ruhe: 1934 zerstörten sie das Ehrenmal.

Jahrzehnte gingen ins Land, bevor sich der SPD-Ortsverein Kleinenbremen unter dem damaligen Vorsitzenden Werner Debbe an die Arbeit machte und das Denkmal mit Unterstützung der parteinahen Friedrich-Ebert-Stiftung neu gestaltete, wenn auch eine Nummer kleiner, nämlich als Gedenkstein. Wiedereinweihung war im Oktober 1987.

„Wir wollen deutlich und sichtbar machen, dass der demokratische Geist, das Bemühen um soziale Gerechtigkeit und der Widerstand gegen Gewalt und Diktatur auch hier bei uns weiterleben sollen“, schrieb seinerzeit Werner Debbe. „Dafür war und ist Friedrich Ebert über alle Parteigrenzen hinweg ein großes Vorbild.

Vor 22 Jahren neu gestaltet: SPD-Stadtverbandsvorsitzender Karsten Donnecker (hinten) und Rainer Besser, Chef des Ortsvereins Kleinenbremen, am Friedrich-Ebert-Gedenkstein auf dem Papenbrink. Foto: ly




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