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Generalprobe für das Abitur mit Kiezdeutsch, Anglizismen und Hörbüchern

Erste länderübergreifende Klausur

Bückeburg. Anspannung herrschte im Adolfinum: Eine Arbeit unter Abiturbedingungen, aber zeitlich auf 180 Minuten verkürzt – was mochte das heißen, Monate vor der Reifeprüfung? Das Fach Deutsch machte den Anfang mit den länderübergreifenden Klausuren. Sechs Bundesländer hatten sich darauf geeinigt, die Alleingänge am Ende der Schullaufbahn zu beenden. 2014 soll ein Teil der Aufgaben einheitlich sein in Bayern, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen und Schleswig-Holstein.

veröffentlicht am 01.10.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 11:21 Uhr

Gegeben wurden Themen rund um die moderne Medienentwicklung und die Sprache der Gegenwart. Mit Wolf Schneider wurde den Schülern des 12. Jahrgangs im Leistungsfach eine bundesweit bekannte Autorität präsentiert. Was er schreibt, ist diskussionswürdig. Was er denkt, gibt Anstöße. Dass er die deutsche Sprache wertschätzt, kann man ihm glauben. Dass er sie im Museum vor Schaden bewahren will, ist nicht überliefert.

Das Stichwort „Hörbücher“ war für den Schriftsteller Burkhard Spinnen Anlass, sich einige Gedanken zu notieren – bis hin zur besorgten Frage nach dem kulturellen Wert. Während die vorgegebenen Vorbereitungsmaterialien mehr auf das Internet zielten mit Blogs, Foren und Chats, ging es hier – fast wie im Rückspiegel – um Erlesenes, weniger um Unerhörtes.

Erschöpfung prägte das Bild nach Abgabe der Klausuren. Aber einzelne hatten noch Kraft und Laune, die Frage nach Wert und Unwert von Phänomenen wie Kiezdeutsch auf dem Flur weiter zu diskutieren. Ist das noch Deutsch? Ist das schon Deutsch: „Ich mach dich Messer!“ Deutlich ist es, aber der Geist wird wenig geschärft. Ist die Reaktion mehr wert: „Ich mache mich aus dem Staub“?vhs




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