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Feuerwehr Buchholz wird 80 Jahre alt / Ein Blick in die Geschichte / Festakt am 30. August

Erste Spritze mit 200 Mark im Jahr abgestottert

Buchholz (thm). Die Freiwillige Feuerwehr Buchholz hat Grund zu feiern: Am 14. März 1928 trafen sich 42 Männer, um die Vereinigung zu gründen. Das ist 80 Jahre her. Erst 40 Jahre zurück liegt der Tag, an dem in Buchholz einige wackere Damen in die bisherige Männerdomäne der Brandschützer einbrachen. Die Herren wehrten sich nicht - und spielten auf diese Weise und aus löschtechnisch-emanzipatorischem Blickwinkel eine Vorreiterrolle im Landkreis Schaumburg, wenn nicht sogar im Land Niedersachsen. Wenn man so will, haben die Buchholzer also gleich doppelten Grund zur Freude, wenn am 30. August das 80. Jubiläum begangen wird.

veröffentlicht am 26.07.2008 um 00:00 Uhr

Über einen Mangel an Wir-Gefühl herrschte vor 80 Jahren in Buchholz kein Mangel. Das Ansinnen, doch mit den Steinbergern eine gemeinsame Wehr zu bilden, lehnten die 42 Gründer ausweislich des Gründungsprotokolls strikt ab. Heinrich Miede sen. wurde per Zuruf zum ersten Brandmeister der Buchholzer Wehr, Heinrich Rinne zu seinem Stellvertreter bestimmt. Bereits Ende Juni 1928 stürzte sich die Feuerwehr in die Arbeit - indem sie Schulden machte. Laut Protokoll wurde beschlossen, "daß für die 700 Reichsmark die Sachen gekauft würden, die wir notwendig nötig hätten." Als da wären: Helme und Gurte, Taue und Ketten, Verbandskasten und zwei Lampen. Auch die Bekleidungsfrage wurde ebenso ansehnlich wie strapazierfähig geregelt: "Für die Anzüge soll weißer Drell genommen werden." Außerdem übernahm die Buchholzer Truppe von der Freiwilligen Feuerwehr Müsingen deren Handdruckspritze und stotterte den Kaufpreis in Raten von jährlich 200 Reichsmark ab. Zur Feinjustage ihrer Beschaffungspolitik trafen die Brandschützer im November 1928 erneut zusammen. Es galt nun, zwei Alarmhörner, 100 Meter Leinen ("zum Absperren") und zwei weitere Lampen anzuschaffen. Außerdem wurde angeregt, "die Leute, die nicht in der Fr. Feuerwehr sind, zur Hilfe an der Spritze" heranzuziehen. Hintergrund: Am 7. September 1928 hatten die "Weißröcke" bei Wegener Nr. 13 ihren ersten Brandeinsatz - offenkundig führte diese erste Ernstfallerfahrung zu den beschriebenen Schlussfolgerungen. In der Folge kaufte das Feuerwehrkommando in Bielefeld 160 Meter weißen Drell, Achselschnüre und Knöpfe. Schneider Kronenberg wurde beauftragt, daraus die Uniformen - "Röcke" genannt - anzufertigen, wobei jeder Feuerwehrmann ihm seinen verdienten Arbeitslohn in Höhe von fünf Reichsmark aus der eigenen Schatulle zu entrichten hatte. Die Ausrüstung war damit aber keinesfalls komplett: In den Annalen der Jahre 1930/31 ist der Kauf von Steigerleitern ausdrücklich vermerkt. Sogar der Bau eines Gerätehauses wurde geplant, allerdings zerschlug sich dieses ambitionierte Vorhaben, weshalb die Handdruckspritze auf der Diele bei Ernst Kruse untergestellt wurde. Natürlich bestimmten auch regelmäßige Übungen das weitere Geschehen in der Wehr. Einige Kameraden erhielten eine fundierte Ausbildung an der Feuerwehrschule in Münster. So waren die Buchholzer über den neuesten Stand technischer Entwicklungen im Feuerlöschwesen stets informiert, zumal die Ausgebildeten ihre Erkenntnisse an den Rest der Truppe weitergaben. Noch während der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts endete die Phase der "Weißröcke" in Buchholz - die alten Uniformen wurden abgeschafft und durch blaue Jacken mit Schulterriemen und Ledergurt ersetzt. Termin: Das Jubiläum wird die Freiwillige Feuerwehr Buchholz am Sonnabend, 30. August, gebührend feiern. An diesem Tag findet zunächst ein Orientierungsmarsch für die Feuerwehren des Abschnitts Schaumburg Süd statt. Im Anschluss an den Marsch erinnern sich die Aktiven, Passiven und ihre Gäste im Rahmen eines Festaktes, der um 16.30 Uhr im Feuerwehrgerätehaus Buchholz beginnt, an die Gründung der Buchholzer Wehr vor 80 Jahren.




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