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Lange Straße: Gewerbeverein reagiert auf Bericht über Leerstände / Vermieter sollen flexibler sein

„Es gibt eine funktionierende Geschäftswelt“

Rodenberg (par). Vertreter des Rodenberger Gewerbevereins reagieren mit Sorge auf den Artikel „Gähnende Leere an heimlicher Hauptstraße“, der am Dienstag in unserer Zeitung erschienen ist und die Leerstände in der Langen Straße thematisiert. Vereinsvorsitzender Günter Ebertz gibt zu, dass die Fakten stimmen, dennoch verfügt die Innenstadt nach seinen Worten über reichlich attraktive Läden.

veröffentlicht am 24.08.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 01:22 Uhr

Seiner Auffassung nach darf man das „Aber“ nicht unter den Tisch fallen lassen. „In der Langen Straße gibt es durchaus eine funktionierende Geschäftswelt, wo man sehr vieles bekommt“, stellt er klar. Seine Befürchtung ist, dass sich viele Auswärtige von dem Leerstand abschrecken lassen und sich die Meinung festsetzt, in Rodenberg gebe es keine Einkaufsmöglichkeiten mehr. „Die Geschäftsleute leben auch von der Laufkundschaft“, sagt Ebertz, der gleichzeitig darauf hinwies, dass es nur möglich sei, die Situation zu beheben, wenn die Lange Straße ein attraktives Gesamterscheinungsbild abgebe.

Dennoch verschließen der Vorsitzende und Rüdiger Grohs, Vorstandsmitglied des Gewerbevereins, vor den Leerständen nicht die Augen. „Jedes Geschäft, das nicht besetzt ist, hat seine individuelle Geschichte“, erklärt Grohs. Das Haus, in dem Schlecker bis vor einigen Monaten noch beheimatet war, sei beispielsweise nur für einen größeren Filialisten interessant. „Beim Kernleerstand gibt es außerdem Bewegung und eine laufende Diskussion.“

Der Gewerbeverein wünscht sich aber eine höhere Flexibilitätsbereitschaft der Vermieter, deren Objekte derzeit leer stehen. „Tretet an uns heran – wir könnten bei der Vermietung als Vermittler fungieren“, lautet die Aufforderung von Ebertz, der in der Vergangenheit Anrufe von auswärtigen Geschäftsleuten erhielt, die an einer Ansiedlung in Rodenberg interessiert waren.

Zwar könnten sowohl die Stadt als auch der Gewerbeverein den Besitzern nicht vorschreiben, zu welchem Quadratmeterpreis sie ihre Immobilien vermieten, dennoch hofft der Vorsitzende auf Einsicht. „Lieber dem Interessenten entgegenkommen, als gar keine Miete erhalten.“

Insgesamt sei der Leerstand kein alleiniges Rodenberger Phänomen, sondern auch anderswo im Kreis zu beobachten, so Grohs an.




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