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Landessynode gibt Regeln für Reduzierung der Pastoren vor / Konzept im Herbst verabschieden

„Es hat kein unnötiges Gejammer gegeben!“

Bückeburg (ssr). Bei ihrem Vorhaben, die Zahl der Pfarrstellen mittelfristig von 37 auf 30 zu reduzieren, ist die Schaumburg-lippische Landeskirche einen Schritt weiter gekommen. Die Landessynode hat bei ihrer jüngsten Tagung für die Berechnung des Bedarfs an Pfarrstellen einheitliche Kennzahlen vorgegeben. Die Stellenplanung soll im Herbst 2010 verabschiedet werden.

veröffentlicht am 11.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 21:21 Uhr

Etwa ein halbes Jahr hatten sämtliche Kirchengemeinden Zeit, zu dem Thema Stellung zu nehmen. „Es hat kein unnötiges Gejammer gegeben“, fasste Pastor Wilfried Vauth (Lindhorst) das Ergebnis der Anhörung zusammen: „Es ist überall die Einsicht angekommen, dass wir um eine Stellenkürzung nicht herum kommen.“ Vauth war als amtierendes Mitglied der Kirchenleitung mit der Koordinierung der Befragung beauftragt. „Diese Einsicht gibt uns die Chance, aus der Situation gemeinsam etwas Gutes zu gestalten“, wies er in die Zukunft.

Grundlegende Einigkeit herrscht bei den Kirchengemeinden offenkundig auch darüber, als einziges Kriterium für die Berechnung von Pfarrstellen die Anzahl der Gemeindemitglieder zugrunde zu legen. Ursprüngliche Pläne des Landeskirchenamtes, zusätzlich alle möglichen örtlichen Besonderheiten in Anrechnung zu bringen (zum Beispiel kirchliche Kindergärten oder Altenheime), stieß nicht auf Gegenliebe. Dies alles gegeneinander aufzurechnen, könne zu „unbegrenzter Erbsenzählerei“ führen, brachte Pastor Wieland Kastning (Bückeburg) dies auf einen Begriff.

Das Ergebnis der Anhörung aufgreifend, verabschiedete die Synode auf Antrag von Pastor Axel Sandrock (Hagenburg) folgende Regelung: „Als Grundlage für die Berechnung des Pfarrstellenbedarfs wird die Anzahl der Gemeindeglieder als einziges Kriterium angesehen.“ Dabei gelten 1900 Gemeindemitglieder als Kennziffer für die erste Pfarrstelle. Für jede weitere Pfarrstelle müssen jeweils zusätzliche 2200 Mitglieder vorhanden sein. Für diese Regelung gab es 17 Ja- und sieben Neinstimmen. Letztere kamen fast ausschließlich von Synodalen aus den städtischen Kirchengemeinden. Denn diese werden rein rechnerisch etwas schlechter gestellt.

Kastning und der Stadthäger Oberprediger Klaus Pönnighaus hatten sich daher für eine einzige Kennziffer – 2000 Mitglieder für jede Pfarrstelle – stark gemacht. Vergebens, denn die Argumente für die leicht günstigere Gewichtung kleiner Landgemeinden gegenüber größerer Stadtgemeinden setzten sich durch. So seien Stadtgemeinden für die Verwaltung mit Personal ausgestattet, zudem habe ein Pastor dort weniger Gottesdienste zu halten als Einzelpfarrer auf dem Land.

Trotz dieser unterschiedlichen Perspektiven verlief die rund einstündige Debatte ohne jede Schärfe. Nun geht es um die Umsetzung dieser Vorgabe, wofür ein Ausschuss gebildet wurde. Die Kirchengemeinden sollen erneut intensiv in die Arbeit einbezogen werden. Dabei wird es unter anderem um Kooperationsmodelle benachbarter Gemeinden gehen. Bis zur Herbstsynode im kommenden November soll ein Konzept vorliegen. Die Verabschiedung einer Stellenplanung ist laut Synodenbeschluss „spätestens“ für Herbst 2010 vorgesehen. Die praktische Umsetzung von Stellenstreichungen nähme sodann etliche Jahre in Anspruch. Denn Pastoren sind als Kirchenbeamte unkündbar. Pfarrstellen können also nur wegfallen, wenn der Amtsinhaber ausscheidet oder auf eine andere freigewordene Stelle wechselt.




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