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Zahl der Auszubildenden und der gemeldeten Plätze in Schaumburg steigen deutlich an / Noch Stellen frei

Es muss nicht immer Studium sein

Landkreis. Einen deutlichen Anstieg bei gemeldeten Bewerbern und Ausbildungsstellen verzeichnet die Agentur für Arbeit für den Landkreis Schaumburg. Zum Abschluss des Berufsberatungsjahres am 30. September standen demnach 885 gemeldeten Stellen 1453 Bewerber gegenüber.

veröffentlicht am 31.10.2014 um 17:31 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:36 Uhr

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„Arbeitgeber und Jugendliche erkennen immer mehr, wie sinnvoll es ist, für den Berufseinstieg verschiedene Wege zu beschreiten“, so Ursula Rose, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit in Hameln. „Wir haben in Schaumburg einen deutlichen Rückgang an unversorgten Bewerbern“, sagte Tünnermann. Das sei aber auf die wegen Fehlern bei der elektronischen Erfassung beim Jobcenter Schaumburg (wir berichteten) deutlich erhöhte Zahl im Jahr 2013 zurückzuführen.

In diesem Jahr, so Tünnermann, sei das Ergebnis „offensichtlich wieder nachvollziehbar“. Zum Abschluss sind im Landkreis Schaumburg noch 26 Stellen unbesetzt geblieben, 38 Bewerber haben außerdem keinen passenden Ausbildungsplatz gefunden – kein Widerspruch, denn nicht selten passen die Vorstellungen und Voraussetzungen der Bewerber nicht mit den Anforderungen der ausbildenden Betriebe zusammen. Bei der Agentur zeigt man sich jedenfalls, auch angesichts der gestiegenen Bewerberzahl, sehr zufrieden. Es sei gelungen, so Tünnermann, zahlreiche Leute mit schwachem Schulabschluss „hinter dem Ofen hervorzulocken“. Außerdem habe man auch viele „Altbewerber“ vermitteln können, Jugendliche also, die schon länger nach einer Ausbildungsstelle suchen. „Hier bei uns ist der Ausbildungsmarkt wirklich in Bewegung.“ Die Zahl der gemeldeten Stellen stieg um etwa zehn Prozent.

Für die Agentur ist das durchaus eine Herausforderung, so Cornelia Kurth, Leiterin der Geschäftsstelle in Stadthagen: „Du musst immer genau mitkriegen, wo wird gerade ein Platz frei, passt es von den Noten her und so weiter.“ Dafür sei ein großer personeller Einsatz notwendig. Bewerber müssen mit Praktika und Probezeiten in den Betrieben versorgt werden, außerdem gehen die Berater in die Schulen, um die Jugendlichen an das Thema Berufsausbildung heranzuführen und für Bewerbungen zu motivieren. Dank sogenannten Berufseinstiegsbegleitern an den Haupt- und Förderschulen sei die Zahl der Schulabbrecher in den vergangenen Jahren zurückgegangen, so Tünnermann. Das Signal, das die Agentur aussenden möchte, ist: Dank Fachkräftebedarf sind die Chancen auf einen Ausbildungsplatz gut, besonders auch für Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund. Und: Die Ausbildung ist eine Alternative zu Abitur und Studium, zumindest aber muss man beides nicht zwangsläufig direkt anschließend absolvieren.

Mindestlöhne sind nach Einschätzung der Agentur derzeit kein großes Thema. „Das ist noch nicht angekommen“, so Kurth.

Nahezu alle freien Ausbildungsstellen werden der Agentur gemeldet. Gleichzeitig melden sich aber nur 60 bis 70 Prozent der potenziellen Bewerber. Aus diesem Grund lohne es sich auch jetzt noch, bei der Agentur nach entsprechenden Lehrstellen zu fragen. „Alle, die jetzt noch suchen, sind herzlich willkommen“, so Kurth, denn jetzt laufe die Phase der Probezeiten, und da können kurzfristig noch Stellen frei werden.




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