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Rolf Budow neuer Betreiber des "Comet"-Marktes / Appell zum Einkaufen in der Innenstadt

"Es wird schwer, aber es ist zu schaffen"

Bückeburg (rc). "Es wird schwer, aber es ist zu schaffen." Und die Umsätze der ersten beiden Wochen geben dem neuen Betreiber des Comet-Marktes an der oberen Langen Straße, Rolf Budow, recht. Sie stiegen um 30 Prozent, die Kunden kommen zurück. Die Regale, in denen durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten seines Vorgänger einige Lücken klafften, sind wieder gefüllt, auch wenn hier und da noch ein paar leere Flächen sind: "Das arbeiten wir gerade ab". Und auch die Waren in den Frischeabteilungen wie Obst und Gemüse sind wieder wirklich frisch.

veröffentlicht am 15.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:21 Uhr

"Wir brauchen die Unterstützung der Mitarbeiter, der Kunden und der Politik", appelliert Rolf Budow. Allen müsse bewusst sein, dass der innerstädtische Verbrauchermarkt mit seinen 1250 Quadratmetern Verkaufsfläche besonders von den älteren Mitbürgern zum wohnungsnahen Einkaufen und insgesamt zur Stärkung der Innenstadt gebraucht werde, vor allem, wenn auch noch der Aldi auf die grüne Wiese zieht. Nach der Übernahme des Geschäftes sei er von vielen Kunden auf diesen Aspekt angesprochen worden. Auch Politiker wie etwa der Landtagsabgeordnete Friedel Pörtner suchten bereits das Gespräch mit dem neuen Betreiber, demnächst will er auch beim Bürgermeister vorstellig werden. Dass sich Rolf Budow mit derÜbernahme eine Menge Arbeit einhandeln würde - derzeit 16 Stunden am Tag - war ihm bereits vor der Übernahme klar. 14 Jahre lang war der gebürtige Rodenberger Bezirksleiter bei der "Extra"-Kette, war auch für den Markt in Bückeburg verantwortlich. Als es vor zwei Jahren um die komplette Schließung des Marktes oder aber die Überführung in ein Franchise-Unternehmen ging, habe er sich als einziger für den Erhalt ausgesprochen. Und als jetzt das Angebot kam, den "Comet" zu übernehmen, sagte er innerhalb von drei Stunden zu. Ihm sei schon damals die Struktur Bückeburgs und der Innenstadt vertraut gewesen, dass dort viele ältere Bürger wohnen, die - da ohne Auto - nicht auf der grünen Wiese einkaufen könnten. "Wir haben da auch heute eine Verpflichtung für diese Menschen." Auch aus diesem Grund appelliert er an die Bückeburger, in der Innenstadt einzukaufen. Nicht nur bei ihm, sondern beim gesamten Einzelhandel: "Wir müssen uns alle überlegen, ob wir hier in der Innenstadt einkaufen und den Handel stärken, oder aber ob wir in ein paar Jahren gar nichts mehr haben." Um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen, hat Budow zusammen mit seinem Sohn André eine Reihe von Maßnahmen ergriffen. Als erstes wurde aufgeräumt und geputzt, die Regale aufgefüllt und umetikettiert, so dass die Bestellungen wieder reibungslos klappen. Der Franchisegeber, die Extra-Kette, steht weiter voll hinter dem Standort, demnächst soll das Sortiment noch erweitert werden, besonders in der Frischeabteilung. Genauso wie um das Vertrauen der Kunden wirbt Budow auch um das der Mitarbeiter, die er alle 15übernommen hat. Sie waren die Leidtragenden der wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Vorgängers, erhielten aus Gründen der Kostenersparnis zum Teil Änderungskündigungen. Diese ruhen nach Angaben Budows, auch in Absprache mit Rechtsanwälten. Der neue macht aber klar, dass es "Einschnitte gebenmuss". Dies werde er aber in Einzelgesprächen mit den Betroffenen klären. Es gebe viele Lösungen, vor das Arbeitsgericht wolle er nicht. Nach einem Gespräch mit den Mitarbeitern ziehen alle motiviert mit, sagt Budow, der seit 40 Jahren im Lebensmittelhandel arbeitet: "Sie haben gemerkt, dass ich ihre Arbeitsplätze retten will. Ich bin mir sicher, dass dieser Markt sich trägt." Geöffnet ist wochentags von 8 bis 20 Uhr, sonnabends bis 18 Uhr.




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