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„WIR“ will wissen, wie Kindern gesunde Ernährung schmackhaft gemacht werden kann

Essen mit „uncoolem“ Beigeschmack

Bückeburg. Trotz zahlreicher Initiativen und Anstrengungen scheint bei der Ernährung von Kindern in Kindergärten und Schulen noch jede Menge Optimierungsbedarf zu bestehen. Diesen Eindruck erweckten zumindest etliche Teilnehmer der von der Wählergemeinschaft „WIR für Schaumburg“ organisierten Informationsveranstaltung „Wie mache ich den Kids das Essen schmackhaft?“.

veröffentlicht am 27.02.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 04:41 Uhr

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Häufig mangele es an finanziellen und personellen Mitteln sowie am Know-how, meinte die Haushalts- und Ernährungswissenschaftlerin Sielke Groth. „Wir stehen erst am Anfang, es gibt noch viel zu tun.“

Außer Groth saßen auf dem in der Gaststätte Fenkner errichteten Podium Milan Hollingshaus (Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen), Thomas Hoffmann, Katja Marunde und Peter Mynarek (alle Paritätische Lebenshilfe Schaumburg/Weserbergland) sowie Klaus Dombrowski, Cornelia Kunze und Arnd Plöger (alle „Meyer Menü“). Weitere Ansprechpartner waren Iris Wilkening und Melanie Röbke (städtischer Kindergarten Unterwallweg) sowie Christian Schütte (Fachgebietsleiter Jugend, Schulen und Sport, Stadt Bückeburg). Die „WIR“-Vertreter Richard Wilmers (Moderation) und Andreas Paul Schöniger (Einführung in die Thematik) komplettierten den Kreis der „Offiziellen“, denen gegenüber etwa die gleiche Zahl Interessierter Platz genommen hatte.

Der Abend bot Informationen in Hülle und Fülle. Auf der Anbieterseite vermittelten die Berichterstatter vom Paritätischen und Meyer Menü umfangreiche Einblicke in Herstellung und Lieferumfang, in Fragen von Angebot und Nachfrage sowie in das Selbstverständnis ihrer Unternehmen. Beide Seiten betonten die wichtige Rolle der Zusammenarbeit zwischen Anbietern, Einrichtungen und Eltern. Groth widmete sich der Frage, was gesunde Kinderkost ausmacht. „Der Mensch ist, was er isst“, stellte die Wissenschaftlerin heraus. Und: „Die Kinder werden das, was sie essen.“

Hollingshaus führte das tägliche Angebot von Obst und Gemüse, die Reduzierung des Fleischangebots und die Integration von Vollkornprodukten als wesentliche Bestandteile gesunder Ernährung an. Zudem müsse auf die hohe Qualität der Lebensmittel geachtet und das Angebot attraktiv präsentiert werden. „Bei der Akzeptanz des Angebotenen sind viele Faktoren in Betracht zu ziehen“, erklärte der Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, was mitunter bereits beim Einschätzungsprofil seinen Anfang nehme. Das Image der Schulverpflegung etwa besitze häufig einen als „uncool“ eingestuften Beigeschmack. Grundsätzlich meinte Hollingshaus: „Eltern und Einrichtungen sind gemeinsam gefordert, Kindern einen gesundheitsfördernden Lebensstil zu vermitteln und die Bildung von Alltagskompetenz zu fördern. Ein wesentlicher Bestandteil einer gesundheitsfördernden Lebensweise ist das regelmäßige Angebot ausgewogener Mahlzeiten und das gemeinsame Essen. Eine vollwertige Verpflegung und die Qualität der Ernährung beeinflussen die körperliche und geistige Entwicklung bei Kindern und sind somit elementare Bestandteile der Gesundheitsförderung.“ Groth bemängelte angesichts der Komplexität des Themas ein politisches Gesamtkonzept. Für Kindergärten und Schulen sei das Anbieten gesunder und kostengünstiger Ernährung nicht einfach und daher die Hinzuziehung externer Experten zu empfehlen. Generell müsse darauf geachtet werden, dass Kinder morgens das Haus nicht mit leerem Magen verlassen. „Frühstück ist unverzichtbar“, unterstrich die Fachfrau. „Kinder, die gefrühstückt haben, sind konzentrierter, gelassener und haben bessere Noten.“




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