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Niederländischer „Carbage Run“ streift Bad Eilsen und Luhden

Europa-Rallye der Rostlauben

BÜCKEBURG/EILSEN. Eine der größten und verrücktesten Straßenrennen Europas führte am Montag auf dem Weg nach Osten zig urige Autos, Schrottkarren und Rostlauben durch den Landkreis Schaumburg.

veröffentlicht am 04.07.2018 um 14:01 Uhr
aktualisiert am 04.07.2018 um 17:30 Uhr

Beim verrücktesten Straßenrennen Europas darf der Wert der teilnehmenden Autos 500 Euro nicht übersteigen. Dafür ist Kreativität an der Karosse gefragt. Foto: pr
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Anja Hillmann Reporterin
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BÜCKEBURG/EILSEN. Eines der größten und verrücktesten Straßenrennen Europas führte am Montag auf dem Weg nach Osten zig urige Autos, Schrottkarren und Rostlauben durch den Landkreis Schaumburg.

Der niederländische „Carbage Run“ ist eine Autorallye, bei der die teilnehmenden Autos älter als 20 Jahre sein müssen und den Wert von 500 Euro nicht übersteigen dürfen. 1000 Teams beziehungsweise Autos starteten am frühen Montagmorgen im niederländischen Emmen, circa 30 Kilometer westlich von Meppen, um auf vier unterschiedlichen Routen das erste Tagesziel, Dresden, zu erreichen.

Unter ihnen auch Joob, Rob I, Derik, Jasper und Rob II aus dem niederländischen Lith. Die Freunde erklärten der LZ in ihrer Mittagspause: „Bei diesem Rennen geht es nicht um Geschwindigkeit oder Zeit, sondern um Kreativität, Verrücktheit und darum Abenteuer und Spaß zu haben. Herausfordernde Straßen, wunderschöne Landschaften, tolle Sehenswürdigkeiten und Orte, die wir noch nie gesehen haben, machen diese Fahrt besonders. Außerdem kümmert es niemanden, wer zuerst ankommt, sondern wer alle Tagesaufgaben erfüllt hat.“

Dieser samtene Bolide zieht die Blicke auf sich. Foto: pr
  • Dieser samtene Bolide zieht die Blicke auf sich. Foto: pr

Denn täglich gilt es, Wettbewerbselemente zu erfüllen. An diesem Tag hieß es unter anderem, eine besondere Ausführung des „Kriechöls WD 40“ käuflich zu erwerben und an einer deutschen Tankstelle für exakt 43,52 Euro zu tanken. Um den Wettbewerb spannend zu halten, werden die Tagesaufgaben jeden Morgen kurz vor dem nächsten Etappenstart verteilt.

Da viele Teilnehmer immer wieder stoppen müssen, um sich und ihre Autos „zu pflegen“, bleibt es nicht aus, dass sie abseits der normalen Route durch die Ortschaften fahren und für Aufsehen sorgen. So schauten viele Bückeburger, Kleinenbremer, Luhdener und Bad Eilser nicht schlecht, als die wild ausstaffierten Autos mit exotischem Hupen oder lauter Musik von den „Beach Boys“ durch ihr Dorf kamen.

Das verrückte Aussehen der Fahrzeuge hat nichts mit dem niederländischen Humor zu tun, sondern damit, dass das am originellsten ausstaffierte Gefährt am Ende der Reise ein Preisgeld von 1000 Euro erhält. Wer sich als ordentlicher Deutscher fragt, ob solche Rostlauben überhaupt auf deutschen Straßen fahren dürfen – die Veranstalter von „Carbage Run“ haben für das Rennen einen Tag lang eine Ausnahmegenehmigung erhalten.

Die nächsten Tage wird der „Carbage Run“ seine Teilnehmer noch durch Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Kroatien und schließlich nach Slowenien führen. Hier wird es dann ein letztes Treffen mit Preisverleihung und einer gigantischen Party geben.




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