weather-image
22°
×

Perlen-Seminare rücken die „Juwelen des Meeres“ in den Mittelpunkt des Besucherinteresses

Experimentierfreudiger Nudelherstellersohn

Bückeburg (bus). Die „Juwelen des Meeres“ sind die Hauptattraktion zweier von Susa Bünte angebotener Perlen-Seminare gewesen. Im Verlauf der kostenfrei zu besuchenden Veranstaltungen rückte die Goldschmiedemeisterin in ihrer an der Schulstraße gelegenen Werkstatt nicht nur die Vielfältigkeit der Muschelprodukte sowie deren Größen, Formen und Farben, sondern auch einige der sich um die Schmuckstücke rankenden historischen Überlieferungen in den Mittelpunkt des Besucherinteresses.

veröffentlicht am 02.11.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 16:21 Uhr

Die frühesten Hinweise auf die Verwendung von Perlen als Schmuckstücke stammen aus vorgeschichtlichen Höhlen, wo Felsmalereien unsere Vorfahren mit offenbar weißen Kugel-Halsketten zeigen. Womöglich weil die Menschen eine Ähnlichkeit der Perle mit dem Mond erkannten, sprachen sie ihr übernatürliche Kräfte zu. Im antiken Rom war sie Inbegriff von Reichtum und gesellschaftlichem Rang; in der Renaissance schmückte man sich an allen europäischen Königshöfen mit ihr. Etliche Herrscher erließen Gesetze, die das Tragen reglementierten. Durch die europaweite Begeisterung waren im 17. Jahrhundert die Perlenbänke nahezu abgefischt und die natürlichen Vorkommen weltweit so gut wie erschöpft.

Für Nachschub sorgte eingangs des 20. Jahrhunderts der experimentierfreudige Sohn eines japanischen Nudelherstellers. Kokichi Mikimotos Zuchtbemühungen waren 1905 von Erfolg gekrönt, als erstmals eine seiner Austern eine vollständig runde Zuchtperle preisgab. Zunächst fragte sich die Schmuckfachwelt, ob die Zuchtprodukte als ebenso „echt“ wie ihre zufällig entstandene Verwandtschaft betrachtet werden konnte. Bald waren diese „künstlichen“ Exemplare aber ebenso gefragt wie ihre „natürlichen“ Vorfahren.

„Die Geburt einer Perle ist wahrhaft ein kleines Wunder“, weiß Susa Bünte. Edelsteine werden in Bergwerken tief aus dem Inneren der Erde gegraben, Perlen hingegen wachsen in lebenden Muscheln, die im Wasser dahintreiben. Sie beginnen ihr Dasein ursprünglich als Fremdkörper im Muschelinneren, wo das Weichtier Gegenmaßnahmen ergreift, um sich vor diesem Gegenstand zu schützen. Es bildet eine glatte, seidige Substanz und hüllt den Eindringling darin ein. Das schlussendliche Ergebnis stellt eines der faszinierendsten Geheimnisse der Natur dar. Trotz allen technischen Fortschritts ist es bislang nicht gelungen, diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen und eine Perle außerhalb einer Muschel zu produzieren.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige