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Info-Abend lotet Einstellungschancen für Hauptschüler aus / „Fehler dürft Ihr ruhig machen“

Experte macht Mut: Irgendetwas geht immer

Bückeburg (bus). Der vierte mit lokalen Ausbildern zum Thema „Einstellungschancen für Hauptschüler in Bückeburg“ organisierte Infoabend der Graf-Wilhelm-Schule ist von den Veranstaltern auf der Habenseite verbucht worden. 22 Anbieter waren der Einladung von Schulleiter Herwig Henke und Sozialpädagogin Michaela Röhrich gefolgt. Die Schüler vernahmen positive Nachrichten. „Irgendetwas geht immer“, betonte Martin Wrede von der Industrie- und Handelskammer.

veröffentlicht am 02.02.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 03:41 Uhr

Gefragt seien vor allen Dingen fachliche, persönliche und soziale Kompetenz, unterstrich der IHK-Vertreter. Gerade die Hauptschule sei prädestiniert, den Übergang ins Erwerbsleben mit berufsorientierten Maßnahmen reibungslos und ohne Warteschleife zu gestalten. Jochen Sieben von der Gärtnerei „Engel & Engelke“ machte auf weitere Aspekte einer Erfolg versprechenden Ausbildungsstellensuche aufmerksam. „Wir freuen uns über ordentliche und ehrliche Bewerbungen“, eröffnete er der Schülerschaft. Sie sollten „ernst gemeint und vollständig“ sein. Falls jemand wenig zu sagen habe, stelle das kein Problem dar. Und: „Fehler dürft Ihr ruhig machen.“

Die jungen Grawis – für die 44 Neuntklässler war der Info-Abend eine Pflichtveranstaltung, für die Klassen acht und zehn galt Freiwilligkeit – erwiesen sich als durchaus gut vorbereitet. Ihre Fragen drehten sich zumeist um die Besonderheiten des jeweiligen Betriebs und die Anforderungen des Ausbildungsberufs sowie die Besprechung der Bewerbungsunterlagen und die Einschätzung der Berufschancen. Als vorteilhaft erwies sich, dass viele Firmen relativ junge Mitarbeiter in die Hauptschulmensa geschickt hatten. „Das mindert eventuell zu überwindende Schwellenängste ganz erheblich“, meinte der Schulleiter.

Henke erinnerte daran, dass die Klassen acht und neun der Graf-Wilhelm-Schule in diesem Schuljahr erstmals an dem von den Berufsbildenden Schulen Stadthagen angebotenen „PS-Pro-Verfahren“ teilgenommen haben. Dieses Verfahren bildet ein „Persönliches Profil“ ab, in dem nicht auf die Schwächen, sondern auf die Stärken der Teilnehmer geachtet wird. Ziel des Projekts ist es, für jeden Jugendlichen den passenden Beruf zu finden, falsche Laufbahnentscheidungen zu verhindern und hohe Abbrecherquoten sowie Fehlzeiten zu vermeiden. „PS-Pro“ ermittelt individuelle Veranlagungen, Talente und Begabungen, die den Schülern oftmals nicht bewusst sind. Das Wissen um die „schlummernden Schätze“ soll die Entwicklung von Zielvorstellungen fördern, das Selbstwertgefühl erhöhen und die Chancen bei der Ausbildungsplatzsuche verbessern.

Dass bei dieser Suche Erfolge auch für Hauptschüler nichts Ungewöhnliches sind, belegte eine Randbemerkung von Sozialpädagogin Röhrich. Bereits jetzt, also relativ lange vor der Bewerbungszeit, hätten drei Grawis einen Lehrvertrag in der Tasche.




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