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Klaus-Dieter Drewes wirbt bei Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg

Fachhochschule für Bückeburg? Konzeption wäre einmalig in Europa

Bückeburg (kk). „Ein solches Angebot wäre einmalig in Europa – und böte große Zukunftschancen für ganz Schaumburg“, gerät Klaus-Dieter Drewes ins Schwärmen. „Auch Fachleute bekommen glänzende Augen, wenn sie von der Idee hören,“ ergänzt sein Kollege Gunter Feuerbach. Die beiden CDU-Kreispolitiker werben derzeit um Unterstützung für ihre Idee einer „kleinen aber feinen Fachhochschule“ für Hubschraubertechnik und Airportmanagement in Bückeburg. Am Rande einer Fachtagung in Hannover überreichte Drewes jetzt Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg eine Ideenskizze des Projekts.

veröffentlicht am 13.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 19:21 Uhr

Die Unterstützung des Ministers wäre um so bedeutender, da die Bundeswehr eine wichtige Rolle im Konzept spielt und da als Standort die derzeitige Jägerkaserne in der Ulmenallee in Frage käme – wenn diese denn mittelfristig tatsächlich von den Heeresfliegern aufgegeben würde.

„Der Verteidigungsminister zeigte sich interessiert und versprach, die Idee prüfen zu lassen,“ berichtet der CDU-Kreisvorsitzende und -Landratskandidat von seinem Gespräch mit Karl-Theodor zu Guttenberg. Drewes macht zwar kein Hehl daraus, dass er das Projekt am liebsten nach gewonnener Wahl als Landrat vorantreiben würde, als bloße „Wahlkampfmunition“ sei die Idee aber viel zu schade. Dieser Einschätzung schließt sich auch Feuerbach an: „Unabhängig von der Landratswahl werden wir das weiter durchziehen,“ so der Chef der CDU-Kreistagsfraktion.

Beide teilen die allgemeine Einschätzung, dass die bevorstehenden strukturellen Veränderungen bei der Bundeswehr auch den Standort Bückeburg berühren werden – auch wenn die Entscheidung über eine Aufgabe der Jägerkaserne nach Angaben des Ministers erst Mitte 2011 fallen wird. Nicht gefährdet sei dagegen die Pilotenausbildung auf dem Flughafen in Achum. Im Gegenteil: Gerade vor dem Hintergrund internationaler Zusammenarbeit werde die Bedeutung der Schule noch wachsen.

Und diese international anerkannte Kompetenz in Sachen Hubschraubertechnik in Bückeburg (Heeresfliegerwaffenschule, Hubschrauberforum und -museum) soll auch in die angedachte Fachhochschule einfließen. Schon jetzt werden nicht nur Piloten sondern auch qualifizierte Luftfahrzeugtechniker in Bückeburg (und Wunstorf) ausgebildet. Auch die berufsbildenden Schulen Rinteln mit ihrer Außenstelle in der ehemaligen Bückeburger Marienschule spielen hierbei eine wichtige Rolle. Fasst man den Einzugsbereich etwas weiter, kommen rund um Hannover eine Reihe luftfahrttechnischer Betriebe hinzu.

Auf der einen Seite gebe es damit jetzt schon viel Know-how in der Region, erläutern Drewes und Feuerbach. Auf der anderen Seite böten diese Betriebe auf Karrierechancen für gut ausgebildete Fachleute. Für die Bundeswehr böte eine Studiengang Luftfahrzeugtechnik mit dem Schwerpunkt auf Drehflügler darüber hinhaus die Möglichkeit, ihre Attraktivität zu steigern. Die beiden Kommunalpolitiker denken zum Beispiel an die Weiterqualifizierung ausscheidender Zeitsoldaten.

Vor dem Hintergrund sehr positiver Prognosen für die Entwicklung des zivilen Luftverkehrs könnte als zweites Standbein einer Bückeburger FH der Fachbereich Flughafen-Management eingerichtet werden.

Drewes und Feuerbach gehen von bis zu 100 Studierenden pro Jahr aus. Bei einer Ausbildungszeit von mindestens sechs Semestern wären das 300 junge Leute. Dazu kämen Mitarbeiter in Lehre und Verwaltung – ein enormer Wirtschafts- und Imagefaktor auch weit über Bückeburg hinaus.

Außerdem ließe sich – wenn erforderlich – eine sinnvolle Nachnutzung der Jägerkaserne als Campus-Hochschule erreichen. Auch das Gebäude der mittelfristig frei werdenden Herderschule am Unterwallweg ließe sich einbeziehen. Drewes: „Ich möchte die Hochschule in jedem Fall nach Bückeburg holen, auch unabhängig von der Zukunft der Jägerkaserne“.

Alles viel zu schön, um wahr zu sein – mag sich der eine oder andere Betrachter fragen. Doch der CDU-Kreisvorsitzende und der Fraktionschef sind sich sicher, dass es Bedarf für ein solches Kompetenzzentrum in Sachen Luftfahrtausbildung gibt. Das hätten bisher alle Experten bestätigt, denen sie ihre Idee vorgestellt hätten.

Nun gehe es darum, das Konzept zu verfeinern und möglichst viele Partner mit ins Boot zu holen. Genannt werden neben der Bundeswehr und der Industrie das Land Niedersachsen und der Landkreis. Vergleichbare Kooperationen gebe es übrigens schon bei anderen Hochschulen – mit gutem Erfolg.

Drewes und Feuerbach werden deshalb weiter die Werbetrommel rühren. Der heimische Europaabgeordnete Burkhard Balz soll in Brüssel „seine Fühler ausstrecken“, der niedersächsischen Wissenschaftsministerin Dr. Johanna Wanka soll das Projekt in der kommenden Woche am Rande eines Besuchs in Obernkirchen vorgestellt werden.

Zwei bis drei Jahre seien als Vorbereitungszeit nötig, schätzen die Initiatoren. Für Schaumburg wäre eine solche Fachhochschule ein großer Schritt nach vorn, sind beide sich einig. Denn schließlich könne es in der Kommunalpolitik nicht nur darum gehen, Bestehendes zu erhalten.




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