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Warum Achim Häfner und seine Greifvögel beim Mittelalterlich Phantasie Spectaculum so populär sind

Falkner der Herzen

Bückeburg. Wenn es auf dem „Mittelalterlich Phantasie Spectaculum“ einen Preis für den Künstler mit den am rasantesten gestiegenen Popularitäts- und Sympathiewerten gäbe, Achim Häfner könnte ihn sich locker in die Tasche stecken. Geradezu unglaublich ist die Welle der Begeisterung, aber auch der echten Zuneigung, die dem 57-jährigen „Falkner der Herzen“ mittlerweile in ganz Deutschland entgegenschlägt. Und das binnen allerkürzester Zeit, denn noch vor rund einem Jahr konnte außerhalb seiner pfälzischen Heimat mit dem Namen Achim Häfner kaum jemand etwas anfangen.

veröffentlicht am 15.07.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 03:41 Uhr

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Zum Mittelalter und damit zum Starruhm kam der heute 57-Jährige aus Neustadt an der Weinstraße, der sich seit seinem 14. Lebensjahr intensiv mit Greifvögeln beschäftigt, eher durch Zufall. Ein Zufall mit tragischer Schattenseite: Ein langjähriger Freund, der schon oft als Anbieter von Lederwaren auf Mittelaltermärkten gestanden hatte, nahm ihn im vergangenen Sommer mit auf das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Karlsruhe. Gemeinsam wollten sie dann auf dem Folge-MPS am Fühlinger See in Köln auftreten, doch nur wenige Tage später verstarb der Freund an einer langen, schweren Krankheit.

Der Rest ist MPS-Geschichte: In Köln trat Achim Häfner nun ganz entgegen eigener Planung allein mit seinen Greifvögeln vor die Mittelalter-Fans, und das auch noch im Schatten einer großen Bühne mit den Publikumslieblingen Saltatio Mortis darauf. Große Chancen auf Resonanz rechnete er sich folglich nicht aus. Nach dem Kölner MPS erhielt eine Meldung über die populären Mittelalter-Rocker auf der Facebook-Seite des MPS von den Fans 900 „Likes“ – die über Achim Häfner hingegen weit über 2000! Der neue Superstar des Spectaculums war geboren. Im September 2014 erlebten die Schaumburger Mittelalter-Fans den „Falkner der Herzen“ erstmals beim Spectaculum auf dem Rittergut Remeringhausen bei Stadthagen, wo er ebenso begeisterte wie an allen folgenden MPS-Spielorten. 2015 wurde Achim Häfner daher von Veranstalter Gisbert Hiller für die komplette Saison gebucht, ebenso in 2016.

Ihm selbst ist der Rummel, der mittlerweile um seine Person gemacht wird, schon fast unheimlich: „Ich mag das Rampenlicht gar nicht so gerne und nehme mich da lieber etwas zurück.“ Aber vielleicht ist es ja gerade diese Bescheidenheit und zugleich das Urige und Knorrige an ihm, der verschmitzte, pfälzische Humor, verbunden mit der riesengroßen Liebe zu seinen Tieren und noch mehr zu den Menschen, denen er eine Freude machen kann, die Achim Häfners Beliebtheit ausmachen. Denn „Falkner der Herzen“ ist bei dem 57-Jährigen kein leerer Werbeslogan, sondern gelebtes Programm: Häfners Greifvögel sind Therapietiere, mit denen er Schulen, Kindergärten, Behinderteneinrichtungen, Altenheime, Kliniken und Hospize besucht.

Flugshows oder Jagdvorführungen kennen seine Vögel nicht. Sie sind vielmehr gezielt ausgebildet zum Kuscheln, zum Anfassen, zum Spüren und Fühlen. Häfner besucht mit ihnen Autismuskranke, geistig Behinderte, Körperbehinderte, Demenz-Patienten oder Schwerstkranke. Gerade in Hospize und Pflegeheime geht der „Falkner der Herzen“ besonders häufig, um todkranken Kindern oder Senioren in den letzten Wochen ihres Lebens letzte Wünsche zu erfüllen. In Hamburg wird Achim Häfner in Kürze mit seinen Vögeln Wachkoma-Patienten behandeln. Es war der Chefarzt der Unfallchirurgie des Uni-Klinikums persönlich, der ihn während des MPS in Basthorst dazu einlud.

Kaum einer der Besucher auf dem Spectaclum wird sich einer Gänsehaut erwehren können, wenn der „Falkner der Herzen“ über diese überwiegend ehrenamtliche Arbeit berichtet, beispielsweise von dem zehnjährigen spastisch gelähmten Mädchen, welches die Köpfe seiner Vögel ertastete, indem es sie in den Mund nahm, oder von der demenzkranken Bewohnerin eines Pflegeheims, welche überglücklich eine seiner Eulen an die Brust drückte, um danach ihre letzten Atemzüge zu tun – beim Erzählen darüber kann auch Häfner die Tränen nur sehr schwer zurückhalten.

Mitausstellerin auf dem Stand von Achim Häfner ist während der gesamten MPS-Saison Malerin Anja Richter. Die freie Künstlerin aus Emmerich am Rhein begeistert durch ihre Porträtmalerei mit klassischen und speziellen Bleistiften, Kohle sowie Polychromos. „Eine echte Gottesgabe“ nennt Achim Häfner das Talent der 28-Jährigen, die ihn auch in der Saison 2016 auf allen Veranstaltungsorten des MPS begleiten wird. Am kommenden Wochenende wird der „Falkner der Herzen“ während des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums zudem Spenden für die Initiative Eltern krebskranker Kinder aus Minden sammeln.




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