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Der Horrorunfall von Karfreitag 2010: Staatsanwaltschaft klagt 64-jährigen Cabriofahrer an

Familientragödie ab morgen vor Gericht

Bad Nenndorf (rwe). Es ist nur ein schlichtes Holzkreuz, aber gemeinsam mit den Grableuchten erinnert es an der Bundesstraße 442 an die schlimmste Familientragödie in Schaumburg im vergangenen Jahr. Am Karfreitag verloren auf Strecke zwischen Kreuzriehe und Bad Nenndorf drei junge Menschen ihr Leben (wir berichteten). Die 24-jährige Catharina A., ihr eineinhalbjähriger Sohn Hussein und ihre 16-jährige Schwester Anna K.

veröffentlicht am 24.01.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 02:41 Uhr

Ab morgen versucht das Schöffengericht in Stadthagen zu klären, wie es zu dem Horrorunfall kommen konnte, in den noch ein Motorradfahrer verwickelt wurde, der sich schwere Verletzungen zuzog. Auf der Anklagebank sitzt dann Burghardt L. Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 64 Jahre alten Mann vor, am 2. April 2010 bei Bad Nenndorf durch zwei Straftaten tateinheitlich die drei Menschen fahrlässig getötet, drei weitere Menschen fahrlässig verletzt und vorsätzlich den Straßenverkehr gefährdet zu haben sowie sich unerlaubt vom Unfallort entfernt zu haben.

Der Angeklagte soll auf der B 442 mit seinem BMW Cabrio mit mehr als Tempo 130 den 5er BMW des Familienvaters trotz erkennbaren Gegenverkehrs überholt haben und so dicht vor dessen Fahrzeug eingeschert sein, dass der 28-jährige Kreuzrieher nach rechts auf den Grünstreifen ausweichen musste. Dabei verlor der junge Mann, der mit seiner Frau, der Schwägerin und seinen beiden Kindern zu Verwandten nach Hameln wollte, die Kontrolle über das Auto.

Die Limousine prallte zunächst seitlich gegen einen Straßenbaum, wurde zurückgeschleudert auf die Fahrbahn und kollidierte sodann mit einem entgegenkommenden Motorrad. Für die drei Insassen kam jede Hilfe zu spät. Der Fahrer und seine dreijährige Tochter überlebten das Drama.

Die Staatsanwaltschaft ist der Auffassung, der Angeklagte habe sich riskant und rücksichtslos verhalten, die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer billigend in Kauf genommen und den Unfallort verlassen, obwohl er seine Beteiligung daran erkennen konnte.

Zu der Verhandlung, die morgen um 9 Uhr im großen Saal beginnt, sind 14 Zeugen geladen. Eine Fortsetzung ist dann für kommenden Freitag geplant.




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