weather-image
16°
×

Siebelt Meier an der Orgel der Stadtkirche

Farbenfroh, lebendig und klar artikuliert

Bückeburg. Am Sonnabend war der Organisator der beliebten "Orgelmusiken zur Einkehr", Siebelt Meier, wieder einmal selbst in der Stadtkirche zu hören. Für den Auftritt hatte er Werke Bachs, Jordans, Lardellis, Tamblings, Vivaldis und Plums zusammenge stellt.

veröffentlicht am 07.07.2008 um 00:00 Uhr

Autor:

Zu Beginn des farbenfrohen Konzertes arbeitete der Kantor die Konturen von Antonio Vivaldis "Concerto in G" durch lebendige Artikulation und klar gliedernde Registrierung heraus. Feingefühl und Gespür für Abschattierungen zeigte der Solist darüber hinaus bei seiner Darstellung vom sanft vor sich hinperlenden "Es ist das Heil und Kommen her", aus der Feder eines Anonymus des 18. Jahrhunderts. Auch die Ausdruckpalette der licht pointierten "Aria" (einer modernen Homage an Bach) vom 1953 geborenen John Jordan zeichnete der Fuß- und Tastenkünstler anschaulich und vor allem transparent nach. Interessante Perspektiven bot er dann beim Spiel von Guglielomo Lardellis vielschichtiger "Toccatina", denn diese Demonstration kam erfrischend abwechslungsreich daher. Zudem hinterließ Christopher Tamblings melodische "Aria", die im Detail sehr differenziert behandelt wurde, einen guten Eindruck. Mit der Klangpracht seiner Janke-Orgel geizt Siebelt Meier nicht, wenn Stil und Anlage des Stückes danach verlangen. Jean Marie Plums "Toccata" schrie geradezu nach Volumen, deshalb ließ der Experte es bei Bedarf in sattem Breitwandkolor aufflammen. Dort, wo aber Grazie Pate stand, sah er sich als Hüter musikalischer Feinfühligkeit. Zu einem plastischen Höhepunkt gelangte die "Fuge G-Dur" des Johann Sebastian Bach, deren verwobene Strukturen genauso von zarten Pastellfarbenwie aufrüttelnden Passagen zehrten.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige