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Modellbauausstellung in der Sparkasse: Jochen Sievert präsentiert die acht Untergangsphasen der Titanic

Faszinierendes Szenario unterm Sternenhimmel

Obernkirchen (clb). Es war seine Liebe zum Schiffsmodellbau und das Interesse am ewigen Mythos "Titanic", was Jochen Sievert dazu veranlasst hatte, den am 15. April 1912 um 2.20 Uhr gesunkenen Luxusliner in seinen acht Untergangs-Phasen originalgetreu nachzubauen.

veröffentlicht am 09.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:15 Uhr

Seit Donnerstag werden die Vitrinen der einzelnen Titanic-Modelle in der Sparkasse Obernkirchen ausgestellt. Sparkassenleiter Joachim Gotthardt, der durch einen Pressebericht auf diese Modelle aufmerksam wurde, hatte Jochen Sievert und dessen Familie zur offiziellen Eröffnung der Titanic-Ausstellung in die Obernkirchener Geschäftsstelle der Sparkasse eingeladen, wo der Mindener seine Gedanken und Handlungsvorgänge zu den einzelnen Szenen erklärte. Die acht Modelle der Serie zeigen chronologisch das Szenario des Untergangs: die Kollision des Schiffes mit dem Eisberg um 23.40 Uhr, das erste Notsignal um 0.45 Uhr, anderthalb Stunden später die Schräglage des Schiffes mit dem anschließenden Bruch, bis um 2.14 Uhr nur noch das Heck der Titanic senkrecht aus dem Wasser ragt. Letztendlich folgt der endgültige Untergang des einst 269 Meter langen Luxusliners. Sogar die beiden Wrackteile des Schiffes, die am 1. September 1985 in etwa 3850 Metern auf dem Grund des Atlantiks entdeckt wurden, hat Jochen Sievert nachgebaut. Sieben Jahre lang hat der Mindener an dieser Serie gearbeitet - jedes Detail hat er genau durchdacht. Monatelang hat er die originalen Baupläne des Schiffes studiert, in Büchern recherchiert und sich an historischen Fotos orientiert. Im einheitlichen Maßstab 1:570 ist es ihm gelungen, jedes Detail exakt darzustellen - sei es der Sternenhimmel, die winzig kleinen Punkte in den Rettungsbooten, welche die Menschen darstellen sollen, die genaue Form des Eisbergs oder der vierte Schornstein, aus dem, wie beim Original, kein Rauch aufsteigt. Seit seinem sechsten Lebensjahr ist Sievert begeisterter Modellbauer, denn da hat er bei einem Krankenhausaufenthalt den ersten Bausatz von seinen Eltern geschenkt bekommen. Seine besondere Leidenschaft gilt vor allem den Schiffen. Auch Sieverts Beruf - er arbeitet beim Wasser- und Schifffahrtsamt - hängt mit seinem Hobby zusammen. Davor hat er eine Ausbildung zum Möbeltischler absolviert. Auch diese brachte für ihn viele Vorteile mit sich: "Man lernt, mit Fingerspitzengefühl zu arbeiten", erklärt er. Mit seiner Titanic-Ausstellung ist Jochen Sievert nicht nur in Minden und Umgebung bekannt geworden, auch deutschlandweit kennen Modellbauer ihn schon. Seine Serie wurde bereits in Hannover, Bremen und Hamburg ausgestellt. Auch in Frankreich war er schon mit seinen Schiffen, wo sogar das französische Fernsehen über ihn berichtet hat. Und in der Fachzeitschrift "Modell Werft" hat der Mindener einen sechsseitigen Bericht über seine Titanic-Modelle verfasst. Seitüber zwei Jahren bastelt Jochen Sievert nun schon an dem Urmodell der Titanic - wo sie gerade in See sticht. "Eventuell ein Grund für eine neue Ausstellung in der Sparkasse", schlägt Joachim Gotthard scherzhaft vor. Die Titanic-Ausstellung ist noch bis zum 31. März in der Sparkasse Obernkirchen zu sehen.

2 Bilder
Hier hat Sievert die Eisberg-Kollision um 23.40 Uhr dargestellt. Noch steigt Rauch aus den Schornsteinen, auch alle Lichter sind noch an.



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