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Es geht um das Zukunftkonzept / Betriebsrat: "Wir fürchten um den Standort" / Management: Gespräche "konstruktiv"

Faurecia: Verhandlungen gehen in entscheidende Phase

Stadthagen (ssr). Mit der Schlagzeile "Wir fürchten um den Standort!" hat der Faurecia-Betriebsrat die August-Ausgabe seiner "BR-Nachrichten" in Umlauf gebracht. Auf Anfrage betonte Michael Freiboth für das Management, in "konstruktiv verlaufenden Verhandlungen" werde versucht, ein Zukunftskonzept für das Werk zu erarbeiten, mit dem dieses negative Szenario abgewendet werden soll. Am Montag werden die Verhandlungen fortgesetzt, deren Abschluss noch im August geplant ist.

veröffentlicht am 05.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Eine in den "BR-Nachrichten" abgedruckte Grafik zeigt, wie sich "die Beschäftigtenzahl nach Meinung des Arbeitgebers entwickeln wird", wie es dort heißt. Die Kurve der Jobs im Produktionswerk würde demnach von derzeit 675 über 400 (Anfang 2007) und 300 (Anfang 2008) bis auf nur noch 80 im Jahr 2010 absinken. "Wir wollen kein Sterben auf Raten - jetzt muss gehandelt werden", kommentiert der Betriebsrat das. Freiboth bestätigte, die Geschäftsführung habe diese Zahlen jüngst in den Verhandlungen mit dem Betriebsrat als "absolut schlimmsten theoretisch anzunehmenden Fall" eingebracht. Dieser würde mutmaßlich dann eintreten, wenn die gegenwärtige Struktur und die Auftragslage des Werks unverändert blieben - aber eben auch nur dann. Freiboth: "Die laufenden Verhandlungen zielen darauf, dem durch ein Konzept zur Zukunftssicherung des Werks entgegen zu steuern." Bei einer Einigungüber das Konzept werde "der Ausbau zu einem technologisch führenden High-Tech-Werk mit anspruchsvollen Arbeitsplätzen die Zukunft des Werkes weit über das Jahr 2008 hinaus auf einem möglichst hohen Beschäftigungsniveau sichern", so Freiboth. Und weiter: "Das Zukunftskonzept und seine Umsetzung bis Ende 2008 sind Bestandteil der laufenden Interessenausgleichsverhandlungen (über den aktuell geplanten Abbau von 190 Jobs, d. Red.). Daher kann erst nach deren Abschluss eine Aussage über Mitarbeiterzahlen angegeben werden." In einer Pressekonferenz Anfang Juni hatte das Management für diesen Fall allerdings eine Zahl von 300 bis 350 Werksmitarbeitern langfristig als realistisch angegeben. Diese Belegschaftsgröße müsste "auf einem Gleitpfad" bis spätestens 2008/2010 erreicht werden, hieß es. Während das Management die Verhandlungen als "konstruktiv" bezeichnet, spricht die Arbeitnehmervertretung in den "BR-Nachrichten" von einer "ergebnislosen Vertagung". Der Betriebsrat werde sich nicht mit einer Schließung des Werks abfinden, wird kämpferisch versichert. Die Geschäftsführung müsse durch Handeln ein Bekenntnis zum Standort ablegen. Dazu gehörten die sofortige Wiederaufnahme der gewerblichen Ausbildung, die Verlagerung der PKO-Sitz-Fertigung von Polen nach Stadthagen und kräftige Investitionen in diesen Standort.




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