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Konzern nennt „abnehmende Produktionsvolumen in Europa“ als Grund / 900 Jobs sollen in Stadthagen verbleiben

Faurecia will nächstes Jahr 200 Stellen abbauen

Stadthagen (ssr). Die Faurecia Autositze GmbH in Stadthagen plant im nächsten Jahr den Abbau von rund 200 Stellen. Das hat das Unternehmen am Montag in einer Presseerklärung mitgeteilt.

veröffentlicht am 10.12.2012 um 19:29 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 10:33 Uhr

Das „Auslaufen von wichtigen Aufträgen sowie der gleichbleibend schwache Automobilmarkt in Westeuropa zwingen das Unternehmen zu einer grundlegenden Anpassung der Strukturen und Kosten“, heißt es in der Mitteilung. Ziel sei es, „auch in einem schwachen Marktumfeld die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes in den nächsten Jahren sicherzustellen“.

Aufgrund des Auslaufens der derzeitigen Produktionsumfänge und fehlender Folgeaufträge für Stadthagen werde der Werksbereich „Mechanismen“ komplett nach Polen verlagert. Alle rund 100 Arbeitsplätze seien von dieser „strategischen Entscheidung“ betroffen.

Auch im Werksbereich „Sitzstrukturen“ habe es „trotz intensiver Bemühungen leider in den letzten Jahren keine Folgeaufträge mehr gegeben“, teilt das Management weiter mit. Viele Produkte zeigten stark rückläufige Auftragsumfänge oder seien kurz vor Ende der Produktion und könnten daher in Stadthagen nicht mehr wirtschaftlich gefertigt werden. „Um dieser Entwicklung zu begegnen“, werde ein Teil der Produktion nach Polen verlagert beziehungsweise fremd vergeben. Rund 70 Arbeitsplätze seien von dieser Maßnahme betroffen.

Das heißt: Damit würden in der Summe von derzeit 240 Jobs im Produktionswerk 170 wegfallen.

Zwei Aufträge würden nach den Worten der Konzernmitteilung dagegen bis zu deren Auslaufen 2015 und 2018 hier ausgeführt. Die daher verbleibenden 70 Arbeitsplätze sollen demnach mit dem „Prototypenbau Metall“ der Zentralabteilung Forschung und Entwicklung zusammengelegt werden. Aber auch im letztgenannten Bereich hätten sich die Entwicklungsumfänge „insgesamt deutlich reduziert, wodurch ein langfristiger Personalüberhang entstehen wird“. Etwa zehn Stellen in diesem Bereich müssten daher im nächsten Jahr abgebaut werden.

Auch in der hiesigen Nordeuropazentrale für Autositze müssen der Firmen-Info zufolge im nächsten Jahr „Kosten reduziert und damit einhergehend Stellen abgebaut werden“: 20 Jobs sollen dort durch die Zusammenlegung unterschiedlicher Bereiche und das Schaffen von Synergien langfristig wegfallen.

In der Pressenotiz heißt es bilanzierend: „Nach dem Stellenabbau verbleiben rund 900 Arbeitsplätze in Stadthagen: etwa 70 in der Produktion, rund 750 in der Zentrale sowie insgesamt circa 80 Auszubildende.“

Das Management habe Gespräche mit der Arbeitnehmervertretung aufgenommen, um in den kommenden Wochen und Monaten Interessenausgleich und Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter zu verhandeln. Da, wo Mitarbeiter mobil sind, versuche das Unternehmen, sie an andere Faurecia-Standorte und -Geschäftsbereiche zu vermitteln.




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