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„Ein Schlag ins Gesicht“

FDP-Kreisverband: Debatte über „Fridays for future“-Demos

BÜCKEBURG. Die von der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg inspirierten, unter das Motto „Fridays for future“ gestellten Schüler-Demos sind Diskussionsthema bei der Jahresversammlung des FDP-Kreisverbandes Schaumburg gewesen. Zudem stand ein Bericht dessen Vorsitzenden, Daniel Winter, auf der Tagesordnung.

veröffentlicht am 17.03.2019 um 13:46 Uhr
aktualisiert am 17.03.2019 um 18:20 Uhr

Bei der Jahresversammlung des FDP-Kreisverbandes Schaumburg waren auch die Klimaschutz-Demos der Schüler ein Thema. Mit auf dem Bild: der Vorsitzende Daniel Winter (3. von rechts). Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Der FDP-Kreisverband Schaumburg hat seine Mitgliederversammlung im Bückeburger Hotel Ambiente abgehalten. Wichtigster Tagesordnungspunkt war der Bericht des Vorsitzenden Daniel Winter, der im März 2018 als Nachfolger von Paul Egon Mense in dieses Amt gewählt worden ist.

Es seien „große Fußstapfen“, die Mense hinterlassen habe, und diese Lücke müsse man füllen, resümierte Winter. Dabei erinnerte der 23-Jährige an die von ihm selbst bei der damaligen Versammlung genannten Maßnahmen, die erforderlich seien, damit der Kreisverband in der FDP und in der Kommunalpolitik wieder eine „erkennbare Rolle“ spiele.

In der Vergangenheit habe sich der Kreisverband viel mit sich selbst beschäftigt und darüber ein bisschen die Inhalte aus den Augen verloren, erklärte Winter hierzu. Inzwischen habe man aber feste Zuständigkeiten geregelt (Stichwort: mehr Arbeitsteilung) und die „Programmatik“ wieder reaktiviert.

Dabei verwies der Vorsitzende auf die vom FDP-Kreisverband zu fünf ausgewählten „Fokus-Themen“ durchgeführten Veranstaltungen („alle mit regionalem Bezug zur Schaumburger Politik und alle unter dem Motto Zukunftsfähigkeit“). Unter anderem nannte er die Themen Schul- und Umweltpolitik. Überdies merkte er an, dass der Kreisverband auch die Geselligkeit (etwa „Dreikönigstreffen“ in Bückeburg) in den Vordergrund gestellt habe; alle Veranstaltungen seien gut besucht gewesen und hätten Spaß gemacht.

Was die Vernetzung und die Abstimmung mit den Mandatsträgern betrifft, seien der Austausch und die Rückkopplung Winter zufolge indes noch „ausbaufähig“.

Zur Sprache kamen bei der Versammlung zudem die von der 16-jährigen schwedischen Aktivistin Greta Thunberg inspirierten, unter das Motto „Fridays for future“ gestellten Schüler-Demos, bei denen auch in Deutschland zahlreiche Schüler für den weltweiten Klimaschutz demonstrierten. Anstoß für die diesbezügliche Debatte im Hotel Ambiente war ein vorausgegangener Kommentar des FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner, über den bundesweit in den Medien berichtet worden war.

Dass Lindner in einem Interview gesagt habe, Umweltschutz sei eine Sache für Profis, das sei „ein Schlag ins Gesicht“ aller jungen Leute, die sich umweltpolitisch engagieren, befand Winter. Nach Meinung des FDP-Kreisvorsitzenden kann man zwar durchaus darüber diskutieren, ob die Schüler-Demos während der Schulzeit stattfinden müssen, doch darf man das Recht zu demonstrieren seines Erachtens nicht von deren Alter oder Lebenserfahrung abhängig machen. „Das ist eine peinliche Aussage von Christian Lindner“, betonte Winter.

„Das kann mir keiner erzählen, dass sich die Schüler wirklich damit befasst haben“, erwiderte ein Versammlungsteilnehmer. Und ein anderer erklärte, dass man in dieser medialen Welt nur noch durch Tabubrüche Aufmerksamkeit erreichen könne.

Nicht zu unterschätzen sei zudem „die Rolle einer links-grün beeinflussten Lehrerschaft“ meinte ein weiterer Diskutant, der die Schülerproteste für dergestalt gesteuert hielt. Gruppendynamische Aspekte müsse man dabei auch berücksichtigen.

Eine ältere Teilnehmerin der FDP-Mitgliederversammlung war bei diesem Thema dagegen der Ansicht, dass die Schüler durchaus einen weiten Blick hätten.




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