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Neues Material senkt die Rückfallquote / Krankenhaus Bethel setzt auf moderne Operationsmethode

Filigranes Netz birgt Geheimnis - Titan bei Leistenbrüchen

Bückeburg. In den Operationssälen des Bethel Krankenhauses in Bückeburg hat eine Innovation Einzug gehalten: Der Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Fraidoun Ezzat, setzt bei Leistenbrüchen hochmoderne, mit Titan beschichtete Kunststoffnetze ein. Seit Mitte des Jahres werden diese innovativen spannungsfreien Bauchwandverstärker von einer regionalen Firma vertreten.

veröffentlicht am 12.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:15 Uhr

Mit ihrer zeitnahen Verwendung ist das Krankenhaus Bückeburg nach Auskunft des Lieferanten im Umkreis Vorreiter. Der Chefarzt und sein Team operieren etwa acht Leistenbrüche pro Woche. Die mit Titan ummantelten Kunststoffnetze sind 10x15 cm groß, hochflexibel und federleicht. Die Nürnberger Firma GfE stellt sie in einem neuartigen Verfahren her. Auf seinen Verwendungszweck würde der Laie nicht gleich schließen, wenn er ein solches Netz in die Hand bekommt. Das Material der Hülle - Titan - ist ein korrosionsbeständiges Metall, gegen das der Körper nicht reagiert. Deshalb wird es gern in der Medizin für Implantate eingesetzt. Beispiel: Hüftprothese. Jetzt kommt in Bückeburg die Gewebefreundlichkeit des Titans auch Leistenbruchpatienten zugute. Das Kunststoffmaterial des Netzes ist vollständig von dem Raumfahrtmetall ummantelt, dabei wird jeglicher Kontakt zwischen Kunststoff und Körper komplett unterbunden. Es gibt so gut wie keine Abwehrreaktion mehr. Das Implantat wird vom Immunsystem nicht mehr als Fremdkörper wahrgenommen, die Heilgeschwindigkeit wächst. Ebenso unterbleibt die gefährliche Netzschrumpfung die zu Rückfallquoten führen kann und damit verbunden eine erneute Operation für den Betroffenen erforderlich macht. Titan ist das einzige Metall, das keinerlei Verschleiß kennt Das Netz wirdüber drei kleine Schnitte schonend eingebracht. Diese laparoskopische Leistenbruch-Op zählt zu den neuartigen "minimal-invasiven" Operationstechniken, die dem Patienten Schmerzen ersparen und den stationären Aufenthalt verkürzen können. Netze aus Kunststoff werden bereits seit Ende der 1970er Jahre bei Operationen von Leisten- oder Narbenbrüchen eingesetzt. Sie dienen der Verstärkung der Bauchwand. Nun stehen der Leistenbruch-Operation mit nur kleinen Schnitten auch der reißfeste Bauchwandverstärker aus innovativem Verbundwerkstoff zur Verfügung. Chefarzt Ezzat spricht von einer revolutionären Entwicklung bei der Leistenbruchoperation im Krankenhaus Bethel. Diese werde voll von den Kassen bezahlt. "Trotz aller Diskussionen um die Kostenexplosion im Gesundheitswesen können wir den Patienten eine hochmoderne Operationsmethode zur Verfügung stellen", sagt der seit 2005 am Krankenhaus Bethel in Bückeburg tätige Chirurg.




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