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Kiesabbau und Naturschutz vereint

Firma Eggersmann eröffnet Info-Zentrum „Weserauenpark Lippe“

VARENHOLZ. Am Donnerstag hat die Firma Eggersmann ihr neues Info-Zentrum „Naturpark Weserauen – Schloss Varenholz“ an der Varenholzer Straße schräg gegenüber dem Schloss eröffnet. Zur Eröffnung waren Vertreter des Landkreises Lippe, des Landesverbandes, der Gemeinde Kalletal, der Stadt Rinteln, des Lippischen Heimatbundes und der Umweltverbände eingeladen.

veröffentlicht am 02.03.2018 um 15:41 Uhr
aktualisiert am 02.03.2018 um 17:20 Uhr

Michael Eggersmann (2. v. re.) erläutert den geplanten Weserauenpark Lippe. Dr. Holger Buschmann (v. li.), Dr. Nick Büscher, Helma Hartmann-Grolm und Thomas Priemer hören zu. Foto: tol
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VARENHOLZ. Den Nabu Niedersachsen vertraten Landesvorsitzender Dr. Holger Buschmann und dessen Vize, der Rintelner Ortsvereinsvorsitzende Dr. Nick Büscher. Ebenfalls aus Rinteln dabei war Bürgermeister Thomas Priemer. Zudem hatten interessierte Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, sich über das anstehende neue Planungsgebiet für Kiesabbau zu informieren.

„Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst. Darum stehen Nachhaltigkeit und umweltschonendes Arbeiten bei der Gewinnung von natürlichen Rohstoffen der Firma Eggersmann ganz oben auf der Umgestaltung des beantragten Gebietes am Weserbogen“, sagte Michael Eggersmann, Geschäftsführer des Unternehmens. So steht das Unternehmen seit Langem mit den Genehmigungsbehörden und den beteiligten Umweltverbänden in NRW und Niedersachsen sowie dem Lippischen Heimatbund in intensivem Gedankenaustausch. Wie berichtet, befindet sich der Antrag zur Abtragung der Rohstoffe derzeit im öffentlichen Auslegungsverfahren.

„Daraus ergibt sich eine völlig neue Art der Förderung, die mit der bisherigen nichts mehr zu tun hat“, erklärte Eggersmann. „Statt eines großen und die Landschaft zerschneidenden ,Lochs‘ soll nach diesen Plänen ein Gewinnungsgebiet entstehen, das sich durch unterschiedliche kleine Seen, bewusst gestaltete Flutmulden und extensive landwirtschaftliche Weideflächen hervorhebt.“ Die Flutmulden und teilweise flach angelegten Seen werden laut Eggersmann so konzipiert, dass sie ein mögliches Weserhochwasser mit aufnehmen können. Die dazu geplanten „Seitenarme“ der Weser sollen zusätzlich das Durchfließen des Flusses ermöglichen und so für ein deutlich geringeres Absetzen der Sedimente sorgen.

Die so erarbeitete Planung passe sich zudem den Vorstellungen des Bundesprogramms „Blaues Band“ zur Renaturierung der Gewässer an, so Eggersmann. Auch für das alte Abtragungsgebiet lägen bereits Pläne zur Renaturierung vor. Im so entstehenden künftigen „Weserauenpark Lippe – Schloss Varenholz“ soll es dann Bereiche geben, die öffentlich zugänglich sind, aber auch Bereiche, die nicht mehr zugänglich sein werden. Geplant ist der Einsatz eines „Weserauen Rangers“, der für die neu entstehende Landschaft verantwortlich sein wird. Er soll aber auch Führungen und Aktionen rund um den Naturschutz veranstalten. Auch hier ist auf besonderen Flächen eine Beweidung vorgesehen.

„Das bisherige Abtragungsgebiet wird in circa zwölf Monaten abgeschlossen sein. Bis dahin“, so Michael Eggersmann, „können durchaus, auch in Arbeitsgruppen, weitere intelligente Vorschläge eingebracht werden.“

Das Informationszentrum wird vorläufig jeden Donnerstag von 15 bis 19 Uhr für interessierte Besucherinnen und Besucher geöffnet sein.red




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