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Steinhuder Meer: Ökologe stellt bei vielen Arten einen „merklich gestörten Altersaufbau“ fest

Fischbestände schrumpfen

Steinhude. Einen „mäßigen Zustand“ hat Ingo Brümmer von der AG Fischökologie Braunschweig der Fischfauna des Steinhuder Meeres bescheinigt. Besonders ein deutlicher „Rückgang der Bestandsdichten“ und ein „merklich gestörter Altersaufbau“ machen dem Experten Sorgen. Die Wiederherstellung der Durchlässigkeit des Meerbachs hält Brümmer für die beste Option, um die Fischfauna im Meer zu verbessern.

veröffentlicht am 06.03.2014 um 20:19 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:22 Uhr

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Bei seinen Untersuchungen – Stellnetzfischerei mit Multimaschennetzen an 24 Punkten – trifft Brümmer regelmäßig zahlreiche Jungfische und einzelne, sehr große alte Fische an. „Dazwischen klafft eine Lücke, als würden die Jungfische verschwinden.“ In diesem Zusammenhang nannte er den Zander, mit dessen Aussterben er rechnet.

Brümmer hatte beim zweiten Steinhuder-Meer-Forum in Großenheidorn darauf hingewiesen, dass die Entwicklung mit der Bestandsentwicklung der Kormorane am Steinhuder Meer zu korrespondieren scheine.

Denkbar sei aber auch, dass die Zunahme der Kormorane ein Indikator für die Fischbestandsstärke sei, der derzeit gemeldete Rückgang bei den Kormoranen könnte nach Ansicht von Brümmer bedeuten, dass die Ressource Fisch „ziemlich vollständig ausgeschöpft“ sei. In diesem Fall würde es eng für den Fischer und andere Fischkonsumenten.

Das starke Aufkommen von höheren Wasserpflanzen in den Klarwasserphasen des Steinhuder Meeres habe dem Fischbestand durch das Ansteigen der Insektenarten, Muschel- und Schneckenbestände stark genützt. „Bestände sind regelrecht explodiert“, sagte Brümmer. Kippe das System wieder in Richtung trübe Phase, sei die Konkurrenz um das verbleibende Plankton groß. „Die Folge sind Hungerformen.“

Als abträglich für die Fischbestände wertete Brümmer die fehlende Anbindung des Steinhuder Meeres an das Wesersystem, die fehlenden Grabenzuflüsse zwischen Hagenburger Kanal und Meerbach, die fehlenden Überschwemmungswiesen und die hohen Gefahren für Jungfische durch tierische Fischräuber.




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