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Mutter- und Jungtier eindeutig ermittelt / ÖSSM hofft auf Einlenken beim Otterschutz / Probleme mit Fischreusen

Fischotter am Steinhuder Meer haben Nachwuchs

Seeprovinz (rd). Die Sensation am Steinhuder Meer ist perfekt: Nachdem im Mai 2010 am Steinhuder Meer erstmals ein Fischotter in einer Fotofalle erfasst worden waren, waren auf mehreren aktuellen Bildern zwei Fischotter zu sehen.

veröffentlicht am 20.11.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 00:42 Uhr

„Dabei handelt es sich eindeutig um eine Mutter mit einem Jungtier“, so Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM), der die Bilder zu Beginn dieser Woche bei der Auslesung der Fotofallenspeicher entdeckte. Insgesamt liegen seit Mai bereits über 40 Fotos von Fischottern vor. Die ließen bereits den Schluss zu, dass es sich um mehrere Tiere handelte. „Mit etwas Übung kann man die Otter auf den Fotos individuell unterscheiden. Wir sind schon davon ausgegangen, dass es sich um mindestens zwei erwachsene Tiere handelt“, so der Diplombiologe, „aber dass es Nachwuchs gibt, haben wir nicht zu hoffen gewagt.“ Jungtiere sind auf den Fotos noch leicht zu erkennen, denn sie sind deutlich kleiner als die Erwachsenen und haben ein Gesicht, das dem Kindchenschema entspricht. Ob es mehrere Jungtiere sind, zwei bis vier sind durchaus normal, oder ob es nur ein „Einzelkind“ ist, können die Naturschützer nicht sagen. „Auf den insgesamt vier Fotos mit zwei Fischottern ist immer nur ein junger Otter neben der Mutter zu sehen oder es sind nur Teile der Tiere zu erkennen, die eine Zuordnung nicht ermöglichen“, so Brandt.

Die ÖSSM hofft nun, dass es ein Einlenken bezüglich des Otterschutzes am Steinhuder Meer gibt. Um die Otter vor Ertrinken in Fischreusen zu schützen, forderten die Region Hannover, der Naturschutzbund (Nabu), Landesverband Niedersachsen, die Aktion Fischotterschutz, die in Hankensbüttel bei Celle das Otterzentrum betreibt, und die ÖSSM vergeblich Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Otter am Steinhuder Meer, beispielsweise durch das Einsetzen sogenannter Otterkreuze, auch Reusengitter genannt, in die Eingangsöffnungen der Fischreusen. Diese verhindern, dass die in Niedersachsen vom Aussterben bedrohten Fischotter in die Reusen gelangen und ertrinken.

„Nach dem Straßentod ist das Ertrinken in Fischfangreusen die häufigste Todesursache“, so Karl-Heinz Garberding, Vorsitzender der ÖSSM. Deswegen seien die kostenlos erhältlichen Reusengitter in einigen Bundesländern und zum Beispiel in Dänemark auch gesetzlich vorgeschrieben. In dem Bereich, in dem die Fischotter von Fotofallen erfasst wurden, standen 2010 erstmals seit Jahren keine Reusen, so die ÖSSM, die nach den neuen Nachweisen auf ein Einsehen bei den Fischern und dem Land Niedersachsen als Verpächter des Steinhuder Meeres hofft.




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