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„Hals und Bein“ – „Bruch“ besiegelt Ausbildung in Achum / Gemeinsam 200 Stunden Flugtraining absolviert

Fliegerschwinge für Piloten aus Schweden

Bückeburg (bus). Ein lautstarkes dreifaches „Hals und Bein“ – „Bruch“ hat im Hubschraubermuseum den erfolgreichen Abschluss der Pilotenausbildung von elf weiteren Kandidaten besiegelt. Zu den Absolventen zählten zahlreiche Soldaten befreundeter Streitkräfte. Außer sechs Deutschen erhielten fünf Schweden das offiziell „Militärluftfahrzeugführerschein“ genannte Dokument. Dem internationalen Anspruch der Heeresfliegerwaffenschule entsprechend, hielt General Reinhard Wolski die Festansprache – „Ladies and Gentlemen, fellow Airmen and Airwomen“ – größtenteils in englischer Sprache.

veröffentlicht am 19.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 18:41 Uhr

Einjähriger Lehrgang

Mit den „Ladies“ begrüßte Wolski nicht nur die im Publikum zahlreich präsenten Frauen, sondern auch Elisabeth Alm, die den einjährigen Lehrgang wie ihre zehn männlichen Kameraden mit Erfolg bestand. Der Festredner rief in Erinnerung, dass die jungen Piloten mehr als 200 Stunden Flugtraining absolvierten – rund 120 im Simulator und etwa 80 auf den Helikoptern „EC-135“ und „Bo-105“.

Zum praktischen Teil der Ausbildung zählten darüber hinaus Unterrichtungen im Gebirgs-, Instrumenten- und Nachtflug sowie in der Autorotationslandung. Wegen der mitunter widrigen Witterungslage seien die Lehrgangsteilnehmer in diesem Jahr in den Genuss von zwei zusätzlichen Trainingswochen gekommen. „Which I hope, you enjoyed quite much.“ Wolskis Auffassung zufolge spielen Hubschrauber heute sowohl im militärischen als auch im zivilen Leben eine bedeutungsvolle Rolle. Wobei die Nachfrage die Liefermöglichkeiten der Industrie stets übersteige.

Auf Deutsch fortfahrend, sprach der Heeresfliegergeneral eine „möglicherweise etwas gedämpfte Freude“ über die Aushändigung der Flugscheine bei den Bundeswehrangehörigen an. Die fliegerische Zukunft und damit die Weiterschulung auf einem Einsatzhubschrauber seien ungewiss. Als Ursachen nannte er die Verzögerung bei der Einführung neuer Waffensysteme und damit für einen gewissen Zeitraum verbundene geringe Ausbildungskapazitäten sowie „nicht zuletzt die Strukturüberlegungen der Bundeswehrführung für eine deutlich kleinere Bundeswehr“. Wolski: „Für Ihre Verwunderung und möglicherweise Enttäuschung über diese Umstände habe ich vollstes Verständnis.“

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Oberst Mikael Christoffersson, der für die schwedische Abteilung das Wort ergriff, sagte: „Sie haben jeden Grund, um stolz auf das Erreichte zu sein.“ Und er lobte die Verantwortlichen der Heeresfliegerwaffenschule, die „ein tolles Konzept in der Ausbildung etabliert“ hätten.

Gemeinsame Grundausbildung

Lehrgangsleitung und Fluglehrer hätten gute Arbeit abgeliefert, unterstrich Christofferson. Zumindest auf lange Sicht könne es durchaus möglich sein, das schwedische und deutsche Piloten gemeinsam irgendwo in der Welt eine Mission erfüllten. Hierbei stelle eine gemeinsame Grundausbildung einen großen Vorteil dar.

Zum Schluss der von zahlreichen Verwandten, Freunden und Weggefährten besuchten und musikalisch von der Sängerin Miriam Heinze umrahmten Veranstaltung erhielten die jungen Flieger außer den „Führerscheinen“ als äußeres Zeichen ihrer Qualifikation die Fliegerschwinge.

Stolze Besitzer des Abzeichens sind von nun an Henry Albrecht, Elisabeth Alm, Christian Bagge, Christian Bär, Peter Jannerstad, Johannes Johansson, Linus Kilander, Marcus Mewes, Mirko Möhle, Daniel Steinführer und Torsten Wobus.




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