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Form der Verkündigung

Bückeburg. Das musikalische Programm der Stadtkirche kann sich wirklich sehen lassen: Für jeden Geschmack ist etwas dabei, vom jährlichen Chor- und Orchesterkonzert über die Reihe „Orgelmusik zur Einkehr „ bis hin zu Auftritten des Gospelchors. Unterm Strich ein gewaltiger finanzieller Kraftakt, der ohne die Unterstützung des im März 2004 gegründeten „Vereins zur Förderung der Kirchenmusik an der Stadtkirche“ wohl kaum zu stemmen wäre.

veröffentlicht am 08.03.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 23:21 Uhr

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Musikfreunde werden sich an den 2. Weihnachtstag 2013 noch gut erinnern. Erneut stand an diesem Tag ein echter musikalischer Leckerbissen auf dem Programm: das „Weihnachts-Oratorium“ von Johann Sebastian Bach, vorgetragen vom Barockorchester „’L’Arco“, den Schaumburger Märchenängern, der Kantorei und mehreren Solisten. „Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage“ schallte es mächtig durch das Kirchenrund – ein Gesang, wie ein Sturm, ein Klang, der einem durch und durch ging. Dass Konzerte dieser Qualität nicht umsonst zu haben sind, versteht sich wohl von selbst. Dass sie nötig sind, auch: Der große Raum der Stadtkirche sei wie geschaffen für die großen Werke der Kirchenmusik, sagt Sänger Matthias Werth, „er fordert sie geradezu“.

Gut also, dass es den „Verein zur Förderung der Kirchenmusik an der Stadtkirche“ gibt, der in diesem März zehn Jahre alt wird. Die Aufgabe des Vereins, der 2004 von aktiven Musizierenden aus den Chören de Stadtkirchengemeinde gegründet worden ist, ist es, das musikalische Angebot an der Stadtkirche qualitativ und längerfristig zu sichern. Ziel sei es, den Sparmaßnahmen und enger werdenden finanziellen Spielräumen auf kirchlicher und öffentlicher Ebene entgegenwirken. Oder anders gesagt: Da es kaum Zuschüsse von öffentlichen und kirchlichen Stellen gebe, müssten die mit einem größeren Konzertprogramm verbundenen Kosten durch Eintrittsgelder und Sponsoren gedeckt werden. An dieser Stelle, so die Vorsitzende des Vereins, Ursula Brinkmann, erfahre die Kirchenmusik in Bückeburg eine nicht zu unterschätzende Hilfe über den Verein.

Eine nicht zu unterschätzende Hilfe, die sich auch für den Zuhörer auszahlt, wie ein Blick ins aktuelle Programm zeigt: Allein für 2014 sind 35 größere Konzerte vorgesehen, darunter ein Konzert mit René Kollo, den „Magic Strings“ und einem Cellisten aus Berlin. „Wir wollen die ganze Bandbreite, die ganze Vielfalt der Kirchenmusik fördern“, fasst Brinkmann die Agenda des Vereins zusammen. Längerfristig, wie sie betont.

Einen sehr hohen Stellenwert hat deshalb auch die Förderung der Nachwuchsarbeit. „Wir unterstützen Anfänger, die ein Blechblasinstrument erlernen wollen oder den Unterricht im Orgelspiel“, nennt die erste Vorsitzende zwei Beispiele. Und das Repertoire? Geht quer durch die gesamte Kirchenliteratur. Immer beliebter „vor allem bei der Jugend“ wird laut Brinkmann der Jazz. Ein Umstand, den die Kirchenmusik an den Stadtkirche durch den Kammerchor „JPS“ oder die Aufnahme jazzigen Repertoires (von Band oder Posaunenchor) Rechnung trägt. Aktuell sind in den verschiedenen Kirchenmusik-Gruppen der Stadtkirche rund 150 Menschen tätig.

Im Rahmen eines kleinen Empfangs im Gemeindehaus gab Ursula Brinkmann („Kirchenmusik ist eine Form der Verkündigung“) dann einen Überblick über die Entwicklungen in den vergangenen zehn Jahren. Brinkmann dankte allen, „die seit Jahren oder erst seit Kurzem die Kirchenmusik zum Klingen bringen – die, die Kirchenmusik treu als Zuhörer und vor allem Unterstützer begleiten“ und erinnerte an die zahlreichen kirchenmusikalischen Veranstaltungen und die große Vielfalt der verschiedenen Gruppen und Chöre. Aktuell, so Brinkmann weiter, habe der Verein 95 Mitglieder, „und wenn es heute noch 100 werden, spende ich eine Flasche Sekt“, warf Pastor Wieland Kastning ein.

Im Anschluss gab es eine kleine Ehrung (Ursula Brinkmann, die seit zehn Jahren als Vorsitzende fungiert, erhielt für ihre „großartige Arbeit“ einen Blumenstrauß) und die „Lion Harmonists“ (Mitglieder des heimischen „Lions Club“) sangen selbstgeschriebene Songs: „Wir sind alle kleine Sünderlein“ sang das Quartett, und: „Ulli Hoeness hat die Steuern, doch ihn mag kein Bayer feuern“. Toll!

Ursula Brinkmann führt seit zehn Jahren Verein zur Förderung der Kirchenmusik

Siebelt Meier (l.) und Pastor Wieland Kastning gratulieren Ursula Brinkmann zu ihrem Jubiläum als Vorsitzendemig




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