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Bei Alkohol kennt der Bückeburger kein Pardon – Jugendarbeit spielt privat und beruflich große Rolle

Frank Bolte neuer Chef der Polizeiwache Porta

Porta Westfalica/Bückeburg (mt/dh). Manche Übergangslösungen haben die Tendenz, zur festen Einrichtung zu werden. Die personelle Interimslösung in der Portaner Polizeiwache überdauerte fast zweieinhalb Jahre. Nun aber hat die Dienststelle wieder einen eigenen Leiter: Frank Bolte. Der 50-Jährige führt ein Team von 15 Männern und zwei Frauen in der Wache Hausberge. Hinzu kommen drei Bezirksbeamte, die in den Außenbereichen der 105 Quadratkilometer großen Flächenkommune unterwegs sind. Auch Bolte wird einen Teil seiner Arbeitszeit als Bezirksbeamter verbringen, sein „Beritt“ ist Hausberge.

veröffentlicht am 09.02.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 06:41 Uhr

Dort war auch der frühere Wachleiter Karl-Heinz Möller unterwegs, den der Landrat im Herbst 2010 in den Ruhestand verabschiedete. Bis zur Ernennung von Bolte hatte Wolfgang Schlieske die wenig dankbare Aufgabe übernommen, sowohl die Wache in Petershagen zu leiten, als auch kommissarisch die Filiale in Porta zu betreuen.

Frank Bolte freut sich auf seine neue Aufgabe, die ihn viel häufiger als bisher mit Menschen zusammenbringt. „Das ist eine Herausforderung nach 15 Jahren Dienst auf der Leitstelle“, sagte der „Neue“ während der offiziellen Amtseinführung unter Beteilung von Landrat, Bürgermeister und Polizeileitung.

Der Umgang mit Menschen sei für ihn vor 30 Jahren ein wesentlicher Grund gewesen, den Polizeiberuf zu ergreifen, so Bolte. Vermutlich komme ein „Helfersyndrom“ hinzu. Zudem habe ihn ein Freund ermutigt, Polizist zu werden. „Das Verständnis der meisten Mitschüler hielt sich in Grenzen“, erinnert sich Bolte mit einem Schmunzeln an seine Zeit im Bückeburger Gymnasium Adolfinum.

Bolte ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Sein Elternhaus steht in Kleinenbremen, er wohnt aber bereits seit 30 Jahren in Bückeburg, wo er den Großteil seiner Freizeit verbringt: als Trainer des VfL Bückeburg, zurzeit betreut er die U 23. Seiner Mannschaft hat er mit dem Jobwechsel einige mahnende Worte mit auf den Weg gegeben: Nach Vorfällen in und an der Diskothek PW möchte er die Namen seiner Spieler nicht in Polizeiberichten lesen.

Auch beruflich soll sein Augenmerk der Arbeit mit jungen Leuten gelten. Vor allem Männer um die 20 verhalten sich im Straßenverkehr riskant, Alkohol, Drogen und hohe Geschwindigkeit spielen häufig eine Rolle, wenn es kracht. Boltes Präventionsarbeit setzt gewissermaßen bei seinem Hobby an. „In den Mannschaften, die ich trainiere, gibt es bis zum 18. Lebensjahr keinen Alkohol“, sagt er. Bei Älteren habe er nichts gegen ein Bier nach dem Spiel. „Allerdings nicht im Trikot. Das gilt auch für Zigaretten.“ Im Sportdress Alkohol und Nikotin zu konsumieren, das findet er schlicht „fürchterlich“.

Porta Westfalica ist einer von sechs dezentralen Polizeistandorten der Kreispolizeibehörde. Annähernd 4000 Einsätze seien 2012 in Porta gezählt worden, sagte Landrat Dr. Ralf Niermann bei der Amtseinführung. Einer der nächsten Termine wird Frank Bolte ins Rathaus führen. Bürgermeister Stephan Böhme hält es für wichtig, dass die Stadt eine eigene Wache samt Leitung habe. Man kenne sich, die Beziehung zur Polizei sei nicht anonym, und das sei im Sinne von Sicherheit und Prävention, meint das Stadtoberhaupt. „Gäbe es die Polizei in Hausberge nicht, würde etwas fehlen.“

Mit der Wiedereröffnung der Diskothek kämen auf die Polizei verstärkt die Aufgabenbereiche Verkehrserziehung und Jugendschutz zu. Böhme erinnert auch an die Zusammenarbeit anlässlich des Stadtfestes, das von Polizeipräsenz profitiere, weil viele Jugendliche, nicht nur aus Porta, sich zunächst am Rande des Stadtfestes verabredeten, um dort erhebliche Mengen an Alkohol zu konsumieren, wie die vergangenen Jahre gezeigt hätten.




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