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Viele syrische Familien fortgezogen: Internationale Kaffeerunde wird nur noch wenig besucht

Frauencafé kriselt

BÜCKEBURG. Seit zwei Jahren öffnet das Internationale Frauencafé jeden ersten Donnerstag im Monat um 16 Uhr. Im Gemeindehaus am Kirchweg sollen Frauen, die hier als Flüchtlinge leben, ihre Deutsch-Kenntnisse verbessern, Alltagstipps austauschen oder über Probleme sprechen und sich Hilfe geben. Doch es kommen nur noch Wenige.

veröffentlicht am 09.02.2018 um 12:51 Uhr
aktualisiert am 09.02.2018 um 15:10 Uhr

Aysha und Aida (v. li.) kommen schon seit zwei Jahren ins Frauencafé im Gemeindehaus.

Autor:

Gabi Nachstedt
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Ins Leben gerufen hat diesen Treff Heike Marx. Sie und fünf ehrenamtliche Helferinnen hatten zunächst eine Nähwerkstatt eingerichtet. Diese wurde am Anfang auch gut besucht. Eifrig reparierten oder änderten die Frauen, die zumeist aus Syrien oder dem Kosovo kamen, ihre Kleidung. Oder aber sie nähten oder strickten für ihre Kinder. Zwischendurch gab es Tee oder Kaffee.

Immer brachten die Flüchtlingsfrauen ihre kleinen Kinder zu diesen Nachmittagen mit. Damit sie sich in Ruhe unterhalten konnten, nahm Heike Sandmann alle Kinder vom Baby bis zum Grundschulkind mit in einen Spieleraum im Gemeindehaus. Eine Stunde lang beschäftigte sie sich dort mit den Kleinen.

Leider war die Zahl der Besucherinnen sehr schwankend und nahm mit der Zeit immer mehr ab. Ein Grund dafür könnte sein, dass viele syrische Familien nach Stadthagen oder Bad Eilsen gezogen sind. Auch aus religiösen Gründen wurde dieses Angebot manchmal gar nicht wahrgenommen. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Gitta Vonscheidt erklärte: „Im Ramadan kommt niemand.“

So blieb von der Nähwerkstatt im letzten halben Jahr nur noch eine monatliche Kaffeerunde übrig. Dort wird erzählt und ausgetauscht, meist schon auf Deutsch. Auch, wenn die Frauen oft noch nicht in Sprachkursen waren, haben sie von ihren Kindern, die hier den Kindergarten oder die Schule besuchen, viel gelernt.

Aysha und Aida kommen beide aus Syrien. Seit drei Jahren lebt Aysha mit ihrem Mann, zwei Töchtern und einem Sohn in Bückeburg. Die beiden ältesten Kinder besuchen die Grundschule „Am Harrl“ und sprechen schon sehr gut Deutsch. Aida hat sechs Kinder. Das Baby ist erst acht Monate alt, während die älteste Tochter schon volljährig ist. Diese beginnt jetzt eine Ausbildung zur Apothekenhelferin. Beide Männer haben in Stadthagen ihre Deutschkurse erfolgreich beendet.

Für ein Fortbestehen des Frauencafés sei es äußerst wichtig, Frauen, die hier als Flüchtlinge leben, auf dieses Angebot aufmerksam zu machen. Es wäre schade, wenn das Engagement der Ehrenamtlichen um Heike Marx nicht mehr benötigt würde, sagte Elke Ferres aus der Betreuergruppe.

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