weather-image
29°
Drei fallen durch, dürfen aber wiederholen / Feier im Bückeburger Landgericht / Kaum rosige Zukunft

"Freispruch" für 13 frischgebackene "Renos"

Landkreis/Bückeburg (ly). Freisprüche kommen bei Gericht eher selten vor. Kürzlich jedoch hat es mehr als ein Dutzend auf einmal gegeben. Bei einer Freisprechungsfeier im Bückeburger Landgericht haben elf Schaumburger Rechtsanwalts- und Notar-Fachangestellte sowie zwei Rechtsanwaltsfachangestellte, kurz "Renos", ihre Fachangestelltenbriefe erhalten. Drei Kandidaten waren durch die Prüfung gerasselt, dürfen aber wiederholen.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 07:19 Uhr

Freigesprochen: 13 "Renos" haben ihre Fachangestelltenbriefe in

Eher unterschiedlich werden die Chancen der 13 jungen Frauen beurteilt. Jürgen Steltner, Leiter der Berufsbildenden Schulen Stadthagen, riet den "Renos", sich im Zeitalter der Globalisierung in ganz Europa nach Jobs umzusehen. "In Osteuropa herrscht eine unglaubliche Dynamik", nannte Steltner ein Beispiel: "Bildung hat dort einen hohen Stellenwert, sie ist ein Wert an sich." Alles andere als rosig sieht dagegen Klassenlehrer Karl-Heinz Werkmeister bei den meisten seiner früheren Schülerinnen zumindest deren nahe Zukunft. "Nur von dreien weiß ich, dass sie eine gesicherte berufliche Perspektive haben", sagte Werkmeister. So oder so rät Friedrich von Oertzen, Präsident des Landgerichts, den "Renos", nicht nachzulassen in ihrem Streben. "Ihr Leben wird ständiges Lernen sein", prophezeite von Oertzen den erfolgreichen Prüflingen. Das Recht sei ein dynamischer Prozess, erklärte er im ehrwürdigen Schwurgerichtssaal. "Und wir haben fruchtbare Parlamente, die ein Gesetz nach dem anderem ausstoßen." Bestanden haben Alexandra Bergemann, Katharina Spyrka, Juliane Stechbarth und Nadine Weidt aus Stadthagen, Sarah Denker und Christina Horstmeyer aus Nienstädt, Aygül Atilgan, Franziska Wolter (beide Lindhorst), Ines Krickhahn, Carina Pliefke (Lauenhagen), Katharina Strömel, Annika Wehmeier (Obernkirchen) und Beate Appel (Rinteln). Als beste Prüflinge ausgezeichnet wurden Nadine Weidt, Juliane Stechbarth und Alexandra Bergemann. Sechs Prüflinge haben mit "gut" abgeschlossen, vier mit "befriedigend", drei "mit einem durchaus ordentlichen Ausreichend", so Rechtsanwalt Heinrich Schraepler, Vorsitzender des Prüfungsausschusses. Dies sei "ein recht guter Schnitt, den wir nicht durch Reduzieren der Anforderungen erzielt haben", wie Schraepler betonte.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare