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St.-Johannes-Gemeinde feiert 125 Jahre Posaunenchor

„Freude herausposaunen“

Rodenberg (cab). Die St.-Johannes-Kirchengemeinde, Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), hat am Pfingstsonntag das 125-jährige Bestehen ihres Posaunenchores mit einem Festgottesdienst gefeiert. Auch den Flötekreis gibt es bereits seit vierzig Jahren.

veröffentlicht am 26.05.2010 um 17:12 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 11:42 Uhr

Erstmals haben die Musiker der Gemeinde am Pfingstfest des Jahres 1885 ihre Blechblasinstrumente gespielt. Wie Pastor Walter Hein ausführte, stand da die St.-Johannes-Kirche an der Langen Straße gerade seit zwei Jahren, auch die Gemeinde war erst elf Jahre alt.

Hein führte während des Gottesdienstes zum Jubiläum anhand des Psalms 118 aus, dass die Musik beim Freudentanz um den Altar eine zentrale Bedeutung habe. „Wie gut, dass wir Instrumente haben, um die Freude heraus zu posaunen.“ Sie seien ideale Mittel der Öffentlichkeitsarbeit. Posaunen würden die Wiederkehr Jesu ankündigen und dienten dazu, Mauern einzureißen. Für den Pastor tragen Musiker daher eine große Verantwortung: „Es ist ja die Musik, die das Herz aufschließt.“

Die Rodenberger Posaunenspieler haben sich als einer der ersten Chöre der Umgebung zur Zeit der öffentlichen Missionsfeste zusammengetan. Am Anfang diente die Blasmusik nur zur Begleitung der Choräle. Chorleiter Hans-Heinrich Hartmann führte anhand eines alten Musikstücks und seiner modernen Bearbeitung die Entwicklung der kirchlichen Posaunenmusik vor. „Der Unterschied ist, dass heute alle Stimmen gefordert werden“, stellte er fest.

Hartmann, der von 1971 bis 1994 und erneut seit 2003 dem Chor vorsteht, berichtete von dessen wechselvoller personeller, instrumentaler und organisatorischer Geschichte: „Der Posaunenchor hat sich von einer straffen Vereinsorganisation zu einem lockeren Zusammenschluss mit nur einem Leiter entwickelt.“ Oftmals müsse er sich daher auch der Kritik seiner Musiker stellen und sich den Vorwurf anhören, „Bach hätte so was nicht gemacht“, wenn er den Chor mit modernen Stücken konfrontiere. Hartmann klärte allerdings auf, dass der Komponist selbst wegen seiner ausgefallenen Kompositionen angegriffen worden sei. „Ich glaube, wir erzielen meist einen ausgewogene Mischung zwischen Tradition und Moderne“, hielt er fest.

Dazu trägt sicher bei, dass die Altersstruktur des heutigen Rodenberger Posaunenchors bunt gemischt ist. 17 bis 80 Jahre sind die insgesamt 15 Blechmusiker alt. Im acht Personen starken Flötenkreis, der mit Unterbrechung seiner Aktivitäten nun seit 40 Jahren aktiv ist, spielen sogar noch einige Mitglieder aus der Anfangszeit. Pastor Hein lobte aus diesem Grund: „Das ist Gemeinde – eine Generationen übergreifende Gemeinschaft.“

Die Kirchengemeinde St. Johannes trifft sich am nächetsn Sonntag, 30. Mai, zum Predigtgottesdienst mit Christenlehre. Musikfreunde kommen zudem beim Posaunenfest am Sonntag, 6. Juni, in Groß Oesingen erneut auf ihre Kosten.cab

„Eine ausgewogene Mischung zwischen Tradition und Moderne“: der Rodenberger Posaunenchor der St.-Johannesgemeinde. Foto: cab




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