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Friedrich Heißmeyers Plastik „Trigon“ entstand beim ersten Hamelner Symposium zum Niedersachsentag 1986

Friedrich Heißmeyers monumentales Werk an der Weser

Von Richard Peter
Hameln. Den Platz hat er sich gewünscht und selbst ausgewählt – nur eines konnte Friedrich Heißmeyer nicht so verwirklichen, wie er sich das vorgestellt hatte. Die Plastik „Trigon“ – entstanden beim ersten Bildhauer-Symposium der Stadt Hameln anlässlich des Tags der Niedersachsen 1986 – sollte auf die Münsterkirche ausgerichtet sein, sozusagen nach dem „Kimme-Korn-Prinzip“, wie Friedrich Heißmeyer sagt, eine große Sicht-Tangente bilden. Nur, dass da ein riesiger Baum dazwischen stand und noch immer steht. Aber auch so ist das monumentale Werk ein Hingucker.

veröffentlicht am 29.09.2010 um 09:57 Uhr
aktualisiert am 22.09.2011 um 11:28 Uhr

Von Richard Peter
Hameln. Den Platz hat er sich gewünscht und selbst ausgewählt – nur eines konnte Friedrich Heißmeyer nicht so verwirklichen, wie er sich das vorgestellt hatte. Die Plastik „Trigon“ – entstanden beim ersten Bildhauer-Symposium der Stadt Hameln anlässlich des Tags der Niedersachsen 1986 – sollte auf die Münsterkirche ausgerichtet sein, sozusagen nach dem „Kimme-Korn-Prinzip“, wie Friedrich Heißmeyer sagt, eine große Sicht-Tangente bilden. Nur, dass da ein riesiger Baum dazwischen stand und noch immer steht. Aber auch so ist das monumentale Werk ein Hingucker.

Ein dolmenähnlicher Stein in den Steinbrüchen in Ibbenbüren hatte es Friedrich Heißmeyer angetan. Denn es sollte ein Stein sein, der auch ohne Sockel Wirkung zeigte. Heißmeyer hat den Felsbrocken in fünf Teile zerlegt – zweimal horizontal gespalten, das Mittelteil wurde durch zwei exakte Sägeschnitte in drei Teile zerlegt, sodass das Mittelstück ein Dreieck ergibt, das nun in sieben Meter Entfernung korrespondiert. Die Innenflächen und die des gedrehten Mittelteils wurden poliert.

Im Vorwort der Stadt Hameln, heißt es in der Dokumentation des Symposiums: „Die Idee, bildende Kunst dem Bürger im buchstäblichen und im übertragenen Sinne nahezubringen, indem man Künstler in der Öffentlichkeit arbeiten lässt, lag gewissermaßen schon in der Luft, bevor die Stadt Hameln sie als ihren Beitrag zum Tag der Niedersachsen 1986 in die Tat umsetzte. Das Bildhauer-Symposium hat gezeigt, dass Kunst durchaus öffentlich sein kann, dass also der Künstler und das entstehende Kunstwerk aus dem Atelier und aus dem sprichwörtlichen stillen Kämmerlein heraustreten können“.

Friedrich Heißmeyer, bereits mehrmals mit Ausstellungen im Hamelner Kunstkreis und in der „arche“ vertreten, wurde 1937 in Hameln geboren. 1959 begann er sein Studium der Bildhauerei, besuchte die Folkwangschule in Essen, die Ecole des Beaux Arts Paris und die Hochschule für bildende Künste in Berlin, wo er Meisterschüler bei Prof. Gonda wurde. Seit 1969 arbeitet er in seinem Atelier auf dem Bauernhof in Lachem, der ihm mittlerweile in einer ausgebauten ehemaligen Scheune auch als Ausstellungsraum dient. Vor allem aber finden auf den angrenzenden Wiesen und im Hof des Anwesens die teilweise monumentalen Arbeiten Heißmeyers ihren idealen Platz. Ein weiteres großformatiges Werk des Künstlers, sein „Friedenstor“ steht am Albert-Einstein-Gymnasium, wo er lange als Pädagoge und Kunsterzieher tätig war. Neben seiner bildhauerischen Tätigkeit wendet sich Heißmeyer immer wieder auch der Malerei zu und hat zudem auch eine Reihe hervorragender keramischer Arbeiten geschaffen.




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