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Brandflohabnahme in Aerzen

Früh übt sich

AERZEN. Woher stammt sie eigentlich, die Redewendung „einen Sack Flöhe hüten“ für eine nicht lösbare Aufgabe?

veröffentlicht am 16.11.2017 um 00:00 Uhr

Die etwas andere Wortwahl, ein Ding der Unmöglichkeit auszudrücken, ist schon sehr alt und wurde bereits im frühen 16. Jahrhundert benutzt – damals war übrigens weder an eine Freiwillige Feuerwehr und schon gar nicht an eine Kinderfeuerwehr zu denken, bei denen am Wochenende die „Brandflohabnahme“ anstand. Da die winzigen und dazu noch sehr wendigen Flöhe nur schwer zu fassen sind, ist es schwierig, sie zu fangen, geschweige denn, sie auch noch hüten zu müssen – daher also die Redewendung.

Im Aerzener Feuerwehrzentrum fand die diesjährige Brandflohabnahme der Kinderfeuerwehr des Landkreises Hameln-Pyrmont statt. Und warum das Abzeichen der Kleinsten unter den Nachwuchsbrandschützern ausgerechnet Brandfloh heißt, wird angesichts der alten Redewendung und des bunten und quirligen Treibens in der Fahrzeughalle, den angrenzenden Räumen und dem Freigelände schnell deutlich. 35 Mädchen und Jungen im Alter von neun bis zwölf Jahren aus den Kinderfeuerwehren in Aerzen, Afferde, Barksen, Bessingen, Groß Berkel, Hameln, Hilligsfeld, Höfingen, Kirchohsen, Lauenstein und Oldendorf waren angetreten, um die unterschiedlichen Aufgaben der Brandflohabnahme mit Hilfe eines Laufzettels möglichst erfolgreich abzuarbeiten. Im Bereich der Brandschutzerziehung mussten die Kinder drei verschiedenen Arten von brennbaren Materialien das jeweils geeignete Löschmittel zuordnen. Ohne lange überlegen zu müssen, ordnen die kleinen Feuerwehrleute dem Lagerfeuer das Löschmittel Sand zu. Den Fettbrand in einer Pfanne würde Justin mit einer Decke oder einem Tuch ersticken und dem Papierkorbbrand rückt der „Flammenhopser“ mit Wasser zu Leibe. Auch die stabile Seitenlage bei der Ersten Hilfe ist für den jungen Aerzener Kinderfeuerwehrmann kein Problem. Beim Hindernisparcours steht Sport, Spiel und Teamwork im Vordergrund und am Ende müssen die Puzzleteile, zuvor von den Team-Mitgliedern über mehrere Hindernisse transportiert, komplett zusammengesetzt das Logo des Kinderfeuerwehr-Abzeichens ergeben. Auch das ist für Justins dreiköpfiges Team kein Problem. „Zielspritzen mit einem kleinen Löschangriff“ lautete die nächste Aufgabe auf dem Laufzettel. Also machte sich der kleine „Angriffstrupp“ um den Neunjährigen bereit, um mit dem Wasserstrahl die Plastikflaschen umzuspritzen. Als Letztes gilt es schließlich, als Gruppe aus 20 beantworteten Fragen mindestens zehn richtige Antworten gegeben zu haben. Nachdem das mit Bravour geschafft wurde, stand fest, das Team um Justin, der im kommenden Jahr in die Jugendfeuerwehr übertreten möchte, hat die Brandflohabnahme erfolgreich bestanden. Zukünftig kann der Aerzener „Flammenhopser“ und alle anderen Mädchen und Jungen, die ebenfalls in diesem Jahr an der Abnahme auf Kreisebene teilgenommen haben, das Brandfloh-Abzeichen an ihren Kinderfeuerwehrjacken tragen.

Für viele der Kinderfeuerwehrkinder stellte die Brandflohabnahme auch keine unlösbare Aufgabe dar – war also kein Sack voller Flöhe, der gehütet werden musste. Und auch die zahlreichen Betreuer, die die Neun- bis Zwölfjährigen begleiteten, sowie Silvia Ebbinghausen, als Fachbereichsleiterin Kinderfeuerwehr verantwortlich für die Durchführung der Abnahmen, erfüllten ihre Aufgaben hervorragend, wie Kreisjugendfeuerwehrwart Thomas („Korken“) Kurbgeweit hervorhob.

Auch in Erster Hilfe ist der „Flammenhopser“ Justin nicht zu toppen. FOTO: SBR



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