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Lydia Stansch war beinahe vier Jahrzehnte lang für das Geschehen im Achumer Mehrzweckhaus verantwortlich

„Früher ging es hier richtig rund“

Achum. In Achum ist Lydia Stansch offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Die 81-Jährige hat beinahe vier Jahrzehnte lang für das Geschehen im örtlichen Mehrzweckhaus verantwortlich gezeichnet. „Wir danken Lydia Stansch für ihre langjährige Tätigkeit und für ihre beispielhafte Unterstützung bei allen Achumer Belangen“, heißt es in einer von Gerhard Schöttelndreier verlesenen Urkunde. „Du hast uns immer bestens versorgt und bist uns immer sehr entgegen gekommen“, fügte der Ortsvorsteher während einer im Garten der Familie Stansch organisierten kleinen Feierstunde anerkennend hinzu.

veröffentlicht am 06.09.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 13:21 Uhr

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Ebenfalls bemerkenswert sei der ausgleichende Charakter der nach wie vor recht rüstigen Seniorin. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals Streit miteinander gehabt hätten“, betonte Schöttelndreier. Spektakel wie in anderen Dorfgemeinschaftshäusern habe es in Achum nicht gegeben. „An und für sich“, erhellte der Ortsvorsteher ein Detail des Abschiedhintergrunds, „hatten wir abgemacht, bis zum Ende der Legislaturperiode weiterzumachen, weil wir dann zusammen in Rente gehen wollten, aber dann hat Lydia vorzeitig den Ruhestand eingereicht.“ Was unmittelbar mit der Fertigstellung des Anbaus am Achumer Sportheim und der damit einhergehenden Schließung des Mehrzweckhauses zusammenhänge.

Anerkennende Worte bekam auch Ehemann Herbert zu hören. „Er hat sie immer hervorragend unterstützt“, lobte Schöttelndreier. „Herbert Stansch hat den Holzkohlegrill auf der Terrasse des Achumer Mehrzweckhauses Jahrzehnte lang gehegt und gepflegt. Nach Schließung des Hauses geht dieser Grill deshalb mit dem heutigen Tage in sein persönliches Eigentum über“, hält ein vom Ortsvorsteher und Amtsrat Christian Schütte unterzeichnetes Schriftstück fest. Zusätzlich zu den Dokumenten überreichten Schöttelndreier gemeinsam mit Ehefrau Gisela sowie Vertreter des FC Hevesen jeweils einen Präsentkorb.

„Eigentlich hätte man die ganzen Geschichten mal aufschreiben sollen“, meinten Lydia Stansch und Tochter Doris Springer, als sie die Geschehnisse der zurückliegenden 39 Jahre Revue passieren ließen. „In den ersten Jahren ging es hier richtig rund.“ Bis zu drei Feiern pro Woche seien keine Seltenheit gewesen. Zu den Gästen hätten häufig die Besucherinnen der Landfrauenschule und die Landjugend gezählt. Oft seien Soldaten der Heeresfliegerwaffenschule mit von der Partie gewesen. „Die haben geguckt, ob sie hier eine passende Frau finden können“, erzählten Mutter und Tochter.

Die gleichfalls auf Brautschau befindlichen Bauernsöhne aus der näheren und weiteren Umgebung hätten vor allen Dingen mit finanziell unterfütterten Offerten auf sich aufmerksam gemacht. „Die zückten mal eben einen 50-Mark-Schein und bestellten 30 Apfelkorn auf einmal.“

Angenehm in Erinnerung geblieben ist den Frauen zudem die Tatsache des gegenseitigen Beistandes. „Bei Polterabenden und Hochzeiten, wenn hier bis zu 300 Leute zusammenkamen, haben immer alle mitgeholfen, das war damals selbstver-ständlich.“bus




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