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Samtgemeinde gegen Eisglätte gerüstet / 150 Tonnen Streugut / Kontrollfahrten um 4 Uhr in der Frühe

Fünf Männer im Kampf mit Väterchen Frost

Säcke über Säcke: Thomas Hahne kontrolliert im Samtgemeinde-Depot in Heeßen den Bestand an Streusalz und Splitt. Fotos: tw Eilsen (tw). Wenn der eisige Atem von Väterchen Frost in Kürze auf den Straßen Eilsens gefriert, ruht die Verantwortung für Leib und Leben von Fahrern, zum Teil aber auch von Fußgängern, auf den Schultern von fünf Männern: Frank Wallesch, Thomas Hahne, Martin Schenkendorf, Ewald Specka und Andreas Ott. Das Quintett, im Bereich Heeßen durch den Landwirt und Privatmann Rudi Wecke ergänzt, ist auf fast 200 Kilometern für den Streu- und Räumdienst in der Samtgemeinde zuständig.

veröffentlicht am 29.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:14 Uhr

Fertig für den Einsatz in Buchholz: Unter den Augen von Vorarbei

"Das Lager im Bauhof ist prall gefüllt", sagt Hahne. An der Hauptstraße in Heeßen stapeln sich 75 Tonnen Streusalz und 75 Tonnen Splitt, verpackt in Säcken zu 50 Kilogramm, bis unter die Decke. "Wir haben das Material bereits im Sommer gekauft, als die Preise im Keller waren", weiß Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann.Geht der Bestand im Einsatz auf 75 Prozent runter, wird sofort nachgeordert. Jetzt warten Salz und Splitt darauf, auf Eilsens Asphalt ausgebracht zu werden. Warten tun auch die fünf Mitarbeiter der Samtgemeinde - auf das, was da kommt. "Jeden Morgen um 4 Uhr in der Frühe schwingt sich der Kollege, der in der jeweiligen Woche ,dran' ist, in den Bulli, prüft auf einer Kontrollfahrt den Zustand der Straßen", berichtet Hahne. Gerät er dabei - im Wortsinn - aufs Glatteis, alarmiert er per Handy die Kollegen. Um 4.30 Uhr sind dann alle Kräfte auf dem Bauhof zusammen gezogen, kann's mit dem Streuen losgehen. Und das nicht nur Werk-, sondern auch Sonn- und Feiertags. Kommt's ganz "dick" und ein Durchgang reicht nicht aus, sind die Männer auch schon mal bis 22.30 Uhr im Einsatz. Hahne: "Außer in Buchholz, werden Splitt und Salz überall im Verhältnis 1:1 gestreut." Nur Splitt bringe nicht den gewünschten Antirutsch-Effekt. Allein die Eilser Berggemeinde bilde nach einem Bürgermeister-Beschluss aus alter Zeit eine Ausnahme. "Dort", weiß Hahne, "wird von uns nur Salz ausgebracht". Das spätere Beseitigen des Splitts, der naturgemäß liegen bleibt, gelte als zu aufwändig. Sobald es friert, kommt in Bad Eilsen der große 90 PS starke Fendt-Schlepper der Samtgemeinde zum Einsatz; er läuft bereits seit 20 Jahren auch im härtesten Winterdienst ohne zu Mucken. Sein kleiner Bruder, den (Ex-)Bürgermeister Heinz Wischnat noch im Oktober angeschafft hat, sorgt mit seinen 60 PS dafür, dass die Straßen in Buchholz eisfrei werden; er streut darüber hinaus aber auch an den Bushaltestellen und Bürgersteigen in ganz Eilsen - letzteres allerdings nur dann, wenn besagte Trottoirs vor Grundstücken verlaufen, die Eigentum der Samtgemeinde sind. Hahne: "In Luhden und Ahnsen kommt ein Unimog, in Heeßen ein weiterer Fendt zum Einsatz, der Rudi Wecke gehört." Schermbeck wird von dem Chef des Landgasthauses Schinkenkruse eisfrei gehalten; das Salz/Splitt-Gemisch erhält er aus dem Depot der Samtgemeinde. Klar, dass die Streutruppe, wenn's Eilsen kalt erwischt, nichtüberall gleichzeitig sein kann. Daher gilt: Kreuzungsbereiche und Hauptstraßen haben beim Streuen Priorität; das Gleiche gilt für die Gerätehäuser der Feuerwehr, das Rathaus und den Kindergarten. "An der Grundschule übernimmt der Hausmeister das Gros der Arbeit. Er kann dabei auf unseren Einsachs-Trecker mit Räumschild zurückgreifen", so Hahne. Obwohl die Masse der Eilser den Winterdienst honoriere, stoße der Einsatz der Männer manchmal auf Unverständnis. Etwa in Teilen Bad Eilsens nach starkem Schneefall. Hahne: "Auf der Ringstraße, aber auch auf der Berliner Straße werden die Autos oft so geparkt, dass wir mit dem Fendt und der Räumschaufel nicht durchkommen." Dann muss der Asphalt dort ungeräumt bleiben, und es hagelt Beschwerden. Dass das Team die letzten Tage im alten Jahr noch viel zu tun bekommt, glaubt Hahne indes nicht. "Ich bin jetzt seit fünf Jahren dabei", sagt der Samtgemeinde-Mitarbeiter. "In dieser Zeit habe ich beobachtet, dass sich der Einbruch des Winters immer weiter nach hinten verschiebt." 2006 so weit, dass das Quintett noch am 20. März im Streueinsatz war.




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