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Projekt Weserausbau: Wasser- und Schifffahrtsverwaltung verweist auf wachsende Transportmengen

Für große Schiffe wird der Weg freigemacht

Minden/Bückeburg (mt/sk). Rund 270 Millionen Euro werden bis zum Ende des Jahres 2013 in den Ausbau der Mittelweser investiert. Diese Summe wurde am Mittwoch bei einem Pressetermin der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung im Mindener Rathaus genannt. Großmotorgüterschiffe können dann ab Minden Bremen erreichen.

veröffentlicht am 30.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 07:21 Uhr

Auch auf den Wasserstraßen scheint die Wirtschaftskrise vorbei zu sein. Dr. Manuela Osterthun, mit der Fachaufsicht des Ausbaus der Mittelweser bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte (WSD) beauftragt, informierte im Mindener Rathaus über den Stand der Planungen. So ist der Bau von 19 Uferrückverlegungen, die Vertiefung und Verbreiterung von drei Schleusenkanälen, der Ausbau und die Ertüchtigung von drei Schleusenvorhäfen, die Einrichtung von sieben Regelungsstrecken und der Neubau der Schleusen Dörverden und Minden vorgesehen.

Bekanntlich wird letzteres Projekt im Jahr 2013 abgeschlossen sein, sodass dann die Großmotorgüterschiffe mit einem Tiefgang von 2,50 Metern aus Bremen in Minden auf den Mittellandkanal gelangen. Da dann der noch zu bauende Regio-Port Weser und das Hafen-Band warten, bezeichnete gestern Bürgermeister Michael Buhre den Weserausbau als „ein Projekt, das ökonomisch wichtig für die Region ist“.

Im Wesentlichen teilen sich der Bund und das Land Bremen die Kosten für die Projekte entlang der Mittelweser – so auch den Schleusenneubau in Minden. Wie Osterthun am Mittwoch deutlich machte, läuft der Ausbau der Mittelweser bislang termingerecht. So sind die Bauarbeiten an der Schleuse in Dörverden schon in zwei Jahren beendet. Bei anderen Projekten sind technische Planungen und Ausschreibungen auf den Weg gebracht.

Mit Ausnahme des Krisenjahres 2009 verwies Osterthun auf eine kontinuierliche Entwicklung beim Zuwachs des Güterverkehrs auf der Mittelweser, der 2008 mit 7,91 Millionen Tonnen einen Rekord verzeichnet hatte. Sie machte deutlich, dass trotz der anschließend feststellbaren Rückgänge der Mindener Hafen seinen Aufwärtstrend beim Umschlag gehalten habe. So wurden im Jahr 2008 noch 11 438 Containereinheiten registriert. Im Jahr 2009 waren es dagegen 18 542.

Auch bei den Prognosewerten wusste die Ingenieurin aus der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung nur Gutes zu berichten. So seien Berechnungen des Bundesverkehrswegeplans aus dem Jahr 2003 längst übertroffen worden. Damals sei für die Mittelweser eine Menge 5,5 Millionen Tonnen im pro Jahr angenommen worden. Tatsächlich hätten Binnenschiffe aber schon vor einem Jahr 7,56 Millionen Tonnen transportiert.

Naturgemäß rechtfertigte die WSD am Mittwoch die Kosten des Weserausbaus in Höhe von 270 Millionen Euro auch aus wirtschaftlicher Sicht. Neben der Belebung des Hinterlandhubs für die Seehäfen werden weitere Impulse erwartet, wie einen neuen Massengüterumschlag, der in Nienburg geplant ist. Laut Osterthun sei jedoch die Passierbarkeit westdeutscher Wasserstraßen für den dreilagigen Containerverkehr auch in Zukunft unmöglich. Weder auf dem Mittellandkanal noch auf der Mittelweser sei die hierzu erforderliche Anhebung von Brücken ökonomisch sinnvoll.




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