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Der Pfarrgarten in Kathrinhagen wird saniert / Pastorin Dr. Heike Köhler: "Wir erleben einen Boom ohne Ende"

Für pausierende Pilger: Ein Traum von einem Garten

Kathrinhagen (rnk). Es ist wohl Jahre her , dass hier jemand ernsthaft gezupft, gemäht und gejätet hat. Und das sieht man dem Pfarrgarten auch deutlich an: An allen Ecken wuchert das Unkraut, der Teich ist längst von den ungehindert wachsenden Pflanzen verdeckt, einige der Bänke sind nur zu entdecken, wenn man den Bäumen die Äste nach oben drückt. Kurz um: Hier wartet Arbeit - viel Arbeit.

veröffentlicht am 23.07.2008 um 00:00 Uhr

Aber sie lohnt sich, denn sie hat Sinn. Das liegt an den Pilgern. "Wir erleben einen Boom ohne Ende", erklärt Dr. Heike Köhler. In einer Region, so die Pastorin, die eigentlich nicht beachtet werde, in der man nur durchfahre, würden jetzt viele, viele Menschen zu Fuß vorbeikommen - "und sie erleben das große Glück einer wunderbaren Gastfreundschaft und einer schönen Landschaft". Zuweilen, so sagt Stefanie Schulte-Rolfes, die sich als Küsterin um die pilgernden Gäste kümmert, reichen die Zimmer und Schlafplätze im ehemaligen Pfarrhaus nicht mehr aus - dann müssen die Pilger privat vermittelt werden. Für das Pfarrhaus ist der Pilgerstrom ein wahrer Glücksfall, denn er zeigt auf, was das oben leerstehende Zweietagenhaus lange nicht mehr hatte: eine Perspektive, wie es künftig genutzt werden könnte. Vorstellbar ist es als Gästehaus für Pilger, die dann auch noch einen netten Abend im wunderschönen und riesengroßen Garten genießen könnten. "Wer hätte jemals gedacht, dass Kathrinhagen so eine Beachtung findet", meint Dr. Köhler, die darauf verweist, dass der Strom der Pilger durchaus anwachsen könnte: Schließlich liegt Kathrinhagen nicht nur auf dem Pilgerweg von Loccum nach Volkenroda, sondern auch an dem von Minden nach Idensen. Schlichte Zimmer, ohne großen Komfort, aber gemütlich und zweckdienlich: So könnte sich Köhler die weitere sinnvolle Nutzung des Hauses durchaus vorstellen. Für die Sanierung des Gartens hat der Kirchenvorstand jetzt jemanden gefunden, der ein Konzept entwickelt hat und dies auch in die Tat umsetzen will: Küsterin Stefanie Schulte-Rolfes. Die Idee der Sanierung stamme übrigens von Katharina Jochens, sagt Dr. Köhler. Ihr Garten- und Sanierungskonzept hat die Küsterin dem Kirchenvorstand in diesen Tagen vorgestellt, es wurde einstimmig für gut befunden und abgenickt. Weil Schulte-Rolfes zudem einen Rentner gefunden hat, der noch mit der Sense umzugehen weiß, sind die ersten Fortschritte auch nicht zu übersehen: Die erste Unkrautwiese ist bereits abgemäht. Eingebunden werden auch die Konfirmanden, die Sanierung sei auch ein "Langzeitprojekt der Konfirmanden", erklärt Pastorin Köhler. In zwei Wochen wird Heinrich Helper mit schwerem Gerät im Garten auftauchen: Einige wild wachsende Bäume sollen entfernt werden. Einer der Bäume ist schon faul, "wenn er kippt, dann könnte er die große Eibe mitbeschädigen", sagt die Baumsachverständige Claudia Amelung vom gleichnamigen Hannoveraner Planungsbüro, die schon bei der Sanierung der alten Kirchenlinde half. Sie hat sich vor einigen Tagen (unentgeltlich) den Pfarrgarten und vor allem die mächtige - und uralte - Eibe angesehen. Ihre Meinung ist unmissverständlich: "Hier sollte nicht ein einziger Ast abgeschnitten werden." Denn der "erhaltenswerte Baum" sei in der Vergangenheit "viel zu viel" beschnitten worden, bestenfalls sollten künftig Pflegeschnitte vorgenommen werden, "aber keine an den kronebildenden Ästen". Stark- und Grobäste, also ab einer Dicke von fünf Zentimetzern, könnten aber entfernt werden, schränkt Amelung ein. Doch dabei sollte man Vorsicht walten lassen und sich jeden Schnitt gut überlegen: "Jede Wunde ist ein Eintrittsort für Pilze." Ein Budget gibt es bisher für den Garten nicht, auch der Einsatz von Küsterin Schulte-Rolfes ist ehrenamtlich. Doch dass demnächst Geld fließen wird, ist nicht ausgeschlossen. Mit der ehemaligen Pfarrsekretärin Susann Röwer gibt es jetzt eine Mitarbeiterin in der Landeskirche, die das Auetal und speziell Kathrinhagen bestens kennt und dem Garten schon beruflich zugetan ist: Sie hat die Aufgabe, die Weiterentwicklung des Pilgerweges Loccum-Volkenroda zu fördern.




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